12. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im VHD

Das Meer. Maritime Lebenswelten in der Frühen Neuzeit

Veranstaltungsort: Wolfenbüttel
Organisator: Prof. Dr. Peter Burschel
05. – 07. Oktober 2017

Call for Papers

Vom 5. bis zum 7. Oktober 2017 findet die 12. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands statt. Die Herzog-August-Bibliothek richtet das Treffen im kommenden Jahr zum Thema „Das Meer. Maritime Lebenswelten in der Frühen Neuzeit“ in Wolfenbüttel aus. Wir laden Sie herzlich dazu ein, Vorschläge für Sektionen einzureichen.

Das Meer, so hat Fernand Braudel festgestellt, bildete in der Frühen Neuzeit eine „Schranke“ und zugleich eine „nützliche, geradezu vollkommene Fläche“. Es war eine wichtige Ressource – aber auch eine Gefahr: Für die Bewohner von Hafenstädten, Küstensäumen, Flüssen und Inseln war es ebenso lebensnotwendig wie lebensbedrohlich; zum Sehnsuchtsort wurde es erst zu Beginn der Moderne. Die Konferenz fragt daher einerseits nach Wahrnehmungen, Vorstellungen und Erfahrungen derjenigen, die an, auf und von dem Meer lebten, nach Deutungsmustern, mit denen sie ihr Verhältnis zum Meer immer wieder neu bestimmten, und nach Strategien, die sie im Umgang mit ihm entwickelten. Doch das Meer war immer auch Transportweg, Kontaktzone und Konfliktarena: Fernhandel, Seekriege und transozeanische Migration prägten nicht zuletzt das „Hinterland“ und küstenferne Regionen, auf lokaler wie auf globaler Ebene. Die Konferenz fragt daher andererseits nach Dimensionen, Reichweite und Einfluss maritimer Lebenswelten. Sie fragt nach ökonomischen, ökologischen, politischen, sozialen und kulturellen Vernetzungen, nach Transfers, Austauschbeziehungen oder Wechselwirkungen maritimer Mobilität und Interaktion in der Frühen Neuzeit. Damit sind Perspektiven umrissen, die zahlreiche Anknüpfungspunkte an ein offenes und vielfältiges Forschungsfeld bieten. Denn wenn mancherorts bereits ein „Oceanic Turn“ oder eine „New Thalassology“ diskutiert werden, dann geht es vor allem darum, Grenzen zu hinterfragen – nationale und disziplinäre Grenzen, aber zum Beispiel auch die Grenzen historiographisch etablierter Raumkonzeptionen.

Vorschläge für Sektionen mit bis zu vier Vortragenden und (gegebenenfalls) einem Diskutanten können bis zum 1. September 2016 an Prof. Dr. Peter Burschel (direktor@hab.de) gesendet werden. Sie sollten in deutscher oder englischer Sprache maximal 800 Wörter umfassen und einen Titel, eine kurze inhaltliche Zusammenfassung sowie  Angaben zu den Beteiligten der jeweiligen Sektion enthalten. Wir gehen davon aus, dass Kollegen und Kolleginnen, die aus dem Ausland anreisen, finanziell unterstützt werden können. Die Auswahl der Beiträge wird der Vorstand der AG Frühe Neuzeit beim diesjährigen Historikertag (20. bis 23. September 2016) treffen.