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52. Deutscher Historikertag: Call for Sessions und Ausschreibung des Carl-Erdmann-Preises und des Hedwig-Hintze-Preises online

Vom 25. bis 28. September findet der 52. Deutsche Historikertag an der WWU Münster unter dem Motto...

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Aufruf zur Einreichung von Sektionsvorschlägen für den 52. Deutschen Historikertag in Münster "Gespaltene Gesellschaften" vom 25. bis 28. September 2018

Einsendeschluss: 31.10.2017

http://www.hsozkult.de/event/id/termine-33950

Zum Call for Sessions auf englisch

Zur Sektionseinreichung

Zahllose politische und soziale Zerreißproben stellen uns heute vor erhebliche neue Herausforderungen. Soziale Ungleichheit, religiös grundierte Auseinandersetzungen oder auch neue Formen des Nationalismus, der auf eine zunehmende Globalisierung reagiert, spalten viele Gesellschaften. In einer globalisierten Welt wirken sich derartige Spannungen spürbar international aus, wodurch sich auch die Lösungsmöglichkeiten und Mitspracherechte verändern. Für viele Zeitgenossen scheint der hergebrachte Konsens innerhalb der eigenen Gesellschaft zu bröckeln. Wesentliche Grundlagen der modernen Gesellschaft und des Zusammenlebens geraten damit auf den Prüfstand. Vor allem die Spaltung zwischen arm und reich oder zwischen ‚fremd‘ und ‚einheimisch‘ lässt das Gefühl von Teilhabe und Gerechtigkeit schwinden, so dass Gruppen erstarken und zu überzeugen vermögen, die einfache Lösungen propagieren.

Diese Herausforderungen sind jedoch keine Besonderheit unserer Zeit. Soziale, kulturelle, ökonomische, aber auch religiös, ethnisch oder rechtlich begründete Spaltungen sind ein Phänomen aller Zeitepochen und Weltregionen. In allen Jahrhunderten hat man um den Konsens innerhalb der Gesellschaft ebenso wie mit den Nachbarn immer wieder existentiell gerungen. Das zeigen die tiefgreifenden Konflikte, die sich in der antiken griechischen Staatenwelt als eine sozio-politische Grundkonstante in permanenten Bürgerkriegen (staseis) äußerten, ebenso wie die erbitterten Auseinandersetzungen um die Stellung und Rechte der Geistlichen gegenüber den Laien im hochmittelalterlichen Investiturstreit. Die konfessionellen Spaltungen der Frühen Neuzeit zogen lange Verwerfungen bis in die einzelnen Kommunen nach sich, während die Diktaturen und Kriege des 20. Jahrhunderts oft eine Einheit erzwangen, die Differenzen nur blutig überdeckte. Die Kolonialisierung bewirkte außerhalb, aber auch innerhalb Europas große gesellschaftliche Umwälzungen, die in der Regel auch mit der Dekolonialisierung nicht befriedet werden konnten. Die Geschichtswissenschaft kann in der aktuellen Debatte dazu beitragen, Prozesse gesellschaftlicher Spaltung und deren Wahrnehmung einzuordnen, zu hinterfragen und zu einem vertieften Verständnis beizutragen.

Der 52. Deutsche Historikertag findet vom 25. bis 28. September 2018 unter dem Motto „Gespaltene Gesellschaften“ an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster statt. Zu fragen gilt es unter anderem, welche konkurrierenden Narrative und Utopien sich innerhalb von Gesellschaften ausbilden und welcher Umgang mit ihnen zu beobachten ist. Was geschieht mit Gesellschaften, die durch autokratische oder diktatorische Systeme in besonderer Weise geschlossen werden, um nach außen Einheit und Stärke zu demonstrieren? Inwieweit gehören, umgekehrt gefragt, Formen der Spaltung zu einer offenen Gesellschaft und können produktive Prozesse anstoßen? Die jeweiligen Geschichtsdeutungen oder Weltsichten legitimieren regelmäßig den eigenen Standpunkt und lassen sich deshalb politisch instrumentalisieren. Da sie ihrerseits wirklichkeitsformende Kraft entwickeln, betrifft diese Dynamik nicht zuletzt das ebenso vielschichtige wie viel diskutierte Spannungsverhältnis von historischen Fakten und Fiktionen. Die Problematik der „gespaltenen Gesellschaften“ gehört deshalb zu den zentralen Fragen der Geschichtswissenschaft, ihrer methodischen Zugänge und nicht zuletzt auch des Selbstverständnisses des Faches. Denn es gilt ebenso zu fragen, welche (normativen) Ordnungsvorstellungen der Diagnose einer ‚Spaltung‘ bzw. ‚Einheit‘ zugrunde liegen. Auch methodische Diskussionen, die sich mit dem Phänomen „gespaltener Gesellschaften“ in historischer Perspektive auseinandersetzen, sind ausdrücklich erwünscht.

Wie auch auf den vergangenen Historikertagen werden nicht alle Sektionen auf das Motto bezogen sein. Vielmehr soll sich ein gewisser Anteil am Gesamtprogramm auf andere Fragen beziehen, um der Spannweite aktueller Forschungen hinreichend Raum zu geben.

Der Ausschuss bittet darum, Vorschläge zu Sektionen für den 52. Deutschen Historikertag bis zum 31. Oktober 2017 als PDF über unser Webformular hochzuladen:
•    Name(n) der/ des Antragsteller(s)/Antragstellerinnen
•    Titel der Sektion
•    Epochale Zuteilung (Alte Geschichte, Geschichte des Mittelalters, Geschichte der Frühen Neuzeit, Neuere und Neueste Geschichte, Zeitgeschichte, Epochenübergreifend)
•    Angaben zum inhaltlichen Schwerpunkt (z.B. Außereuropäische Geschichte, Digitale Geschichtswissenschaft, Geschichtsdidaktik)
•    Angaben zur geplanten Länge einer Sektion (zweistündig, dreistündig oder auch – mit besonderer Begründung – vierstündig)
•    Angabe zum Sektionsformat: Vorträge mit Diskussion oder Podiumsdiskussion/Roundtable
•    Abstract (max. 7.500 Zeichen inkl. Leerzeichen). Das Abstract sollte Angaben über die Fragestellung, die Inhalte und die Zielsetzungen sowie die Durchführungsformen der Sektion beinhalten.
•    Liste der Referenten (möglichst endgültig) und Referatstitel
•    Adresse, Telefon und E-Mail-Adresse der/ des Antragsteller(s)/Antragstellerin(nen)

An den Vormittagen finden jeweils aufeinanderfolgend zwei zweistündige Sektionen (ca. 4 Referentinnen und Referenten, inkl. Kommentar und Einleitung, letztere sind nicht zwingend erforderlich) statt. Die Nachmittagssektionen können auch drei Stunden umfassen (ca. 5 Referentinnen und Referenten, inkl. Kommentar und Einleitung), allerdings reduziert sich durch die neue zeitliche Aufteilung am Vormittag die zur Verfügung stehende Anzahl dreistündiger Sektionen.

Sektionsanträge können nur von Mitgliedern des VHD eingereicht werden. Sollten Sie kein Mitglied sein, besteht die Möglichkeit mit Einreichung des Sektionsvorschlages in den VHD einzutreten. Entsprechende Formulare finden sich hier. Ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können eine Sektion beantragen, sofern sie dabei mit mindestens einem Mitglied des VHD kooperieren.

Sektionen des Historikertages sollen zu kontroversen Diskussionen anregen. Es ist für die Antragstellung nicht ratsam, bestehende Zusammenhänge wie Forschungsverbünde in einem Sektionsantrag zu reproduzieren. Bitte achten Sie auf eine ausgewogene Vielfalt in der Zusammenstellung Ihrer Themen und Ihrer Referentinnen und Referenten.

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.
Dr. Nora Hilgert (Geschäftsführung)
Goethe-Universität Frankfurt
Senckenberganlage 31-33
60325 Frankfurt
E-Mail: geschaeftsstelle@historikerverband.de

Bei Fragen steht Ihnen unsere Geschäftsführerin unter der angegeben E-Mail-Adresse jederzeit gerne zur Verfügung.