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Veranstaltungen

Enrico Acciai, Marie Sklodowska-Curie Fellow, University of Leeds; Nir Arielli, International History, University of Leeds
10.07.2018–11.07.2018, Leeds
Deadline: 31.01.2018

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Titel: 

Nachname: 
Reusch

Vorname: 
Marius Sebastian

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

"Gartknechte" als Landfriedensproblem des 16. Jahrhunderts im Südwesten des Alten Reiches

Epoche: 
  • Fruehe Neuzeit

Sachgebiet: 
  • Landes- und Regionalgeschichte
  • Militaergeschichte
  • Politische Geschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Das Projekt untersucht den Zusammenhang von politischer Ordnung und Friedenswahrung im 16. und frühen 17. Jahrhundert. Der Modernitätsertrag der Frühen Neuzeit, der die Ausbildung zentralstaatlicher Souveränität mit der Herstellung innerer und äußerer Sicherheit aufs engste verknüpft, soll kritisch überprüft werden, indem analysiert wird, wie föderale politische Systeme (Heiliges Römisches Reich, Eidgenossenschaft, Niederlande) Sicherheit herstellten bzw. für die Zukunft gewährleisteten. Zugleich soll betrachtet werden, wie neue Herausforderungen - wie etwa die hier thematisierten Gartknechte – zum Gegenstand der Landfriedenswahrung und damit der Sicherheitspolitik werden konnten. Damit nimmt die Arbeit die Perspektive einer Fallstudie ein, in der mit den „Gartknechten“ eine spezifische und im 16. Jahrhundert besonders prominente Gruppe von Gefährdern des Landfriedens thematisiert wird. Argumentiert wird also hier aus der Warte eines spezifischen Sicherheitsproblems, um Aussagen zu Diskursen und Praktiken der Sicherheit und der Versicherheitlichung im frühneuzeitlichen Reich treffen zu können. Offensichtlich ist das Problem der „Gartknechte“ um 1550 und zumindest im Westen des Reiches seit den 1580er Jahren von erheblicher Tragweite gewesen. Die Gefährlichkeit der Gartknechte lag vor allem in ihrer Mobilität begründet. Forderte gerade dies die territorienübergreifende Kooperation und war insofern einer der Impulse im Reich, Sicherheitsräume (Bsp. Reichskreise) zu erweitern? Da die Etablierung und Durchsetzung eines ewigen Landfriedens vor der Etablierung eines staatlichen Gewaltmonopols und der entsprechenden Exekutivmittel stattfand, mussten auf den unterschiedlichen Ebenen vom Reich bis in die Territorien eine Vielzahl von Akteuren in die Landfriedenswahrung einbezogen werden – von den politischen Entscheidungsträgern an der Spitze des Reiches über die Kreise und Territorien bis hin zu den Untertanen, die in Gestalt der „Landesdefensionen“ selbst ihren Part in der Landfriedenswahrung spielen sollten. Hervorstechend an diesen Akteurskonstellationen ist, dass nicht zuletzt diejenigen, die eine Gefahrenquelle für den Landfrieden darstellten, auch zu dessen Durchsetzung unabdingbar waren, aus Landfriedensbrechern also „Sicherheitskräfte“ werden konnten. Die hier angesprochenen Gartknechte findet man ebenfalls einerseits in der Rolle der Landfriedensbrecher, während andererseits Territorien und Kreise auf genau diese Personengruppe zum Aufbau von ersten Ordnungskräften in Form von sog. „Streifenden Rotten“ zurückgriffen, um den Landfrieden zu wahren.

Betreuer/in: 
Prof. Horst Carl

Universität: 
Justus-Liebig-Universität Gießen

Eintragsdatum: 
16.05.2017

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
1970

Bemerkung: 


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