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Veranstaltungen

Enrico Acciai, Marie Sklodowska-Curie Fellow, University of Leeds; Nir Arielli, International History, University of Leeds
10.07.2018–11.07.2018, Leeds
Deadline: 31.01.2018

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Titel: 

Nachname: 
Hammerschmidt

Vorname: 
Peter

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

"Deckname: ADLER" - Klaus Barbie im Netz der internationalen Geheimdienste

Epoche: 
  • Zeitgeschichte

Sachgebiet: 
  • Globalgeschichte
  • Politische Geschichte

Zusammenfassung der Promotion:

„Intelligent, anpassungsfähig, verschwiegen und zuverlässig“ – so charakterisierte der Bundesnachrichtendienst seinen Agenten „ADLER“ in dessen Abschaltmeldung vom 14.03.1967. Ein halbes Jahr – von Mai bis Dezember 1966 – hatte „ADLER“ in Diensten des westdeutschen Geheimdienstes gestanden und seine Vorgesetzten – für ein monatliches Salär von 500DM – mit Informationen über linksgerichtete Entwicklungstendenzen in Bolivien versorgt. Bereits zwölf Jahre zuvor, im November 1954, war der deutsche Agent, der nun für den westdeutschen Auslandsgeheimdienst in Südamerika spionierte, vom Ständigen Militärgericht in Lyon aufgrund seiner während des Zweiten Weltkrieges begangenen Kriegsverbrechen in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden: Doch Klaus Barbie, dem „Schlächter von Lyon“, der sich in seiner Funktion als Gestapo-Chef zwischen 1942 und 1944 am Mord tausender Mitglieder der französischen Résistance verantwortlich gemacht hatte, gelang 1951 unter dem Falschnamen „Klaus Altmann“ die Flucht auf der sog. „Rattenlinie“ nach Übersee – das Ergebnis einer vierjährigen Protektion durch den amerikanischen Heeresgeheimdienst CIC (Counter Intelligence Corps). Nachdem der „Eiserne Vorhang“ über Europa niedergegangen war, verschob sich - in Anbetracht der globalen Gefahr eines sowjetischen Kommunismus - die Definition nationaler Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten: Getreu der Devise „My Enemy’s Enemy is my friend“ rekrutierten U.S. amerikanische Geheimdienststellen vermeintliche Kommunismus-Experten des NS-Regimes; unter ihnen der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Klaus Barbie, der trotz seiner Eintragung auf internationalen Fahndungslisten im April 1947 offiziell vom CIC angeworben und im weiteren Verlauf vor deutschen und französischen Ermittlungen protektiert wurde. Erst als die französische Regierung ihre Auslieferungsbemühungen im „Fall Barbie“ zu Beginn der 1950er Jahre intensivierten, wurde den Amerikanern ihre „Hot Potato“ (wie Barbie in den Akten bezeichnet wurde) zu heiß: Barbie wurde nach Übersee geschleust, wo der „Schlächter“ weiter mit internationalen Geheimdienstbehörden – mit CIC, CIA, BND und dem Servicio Especial de Seguridad (SES) – in Kontakt stand: Die kontinuierliche Protektion eines Kriegsverbrechers, dessen NS-Vergangenheit weder Funktionsträger des CIC noch die des BND vor einer Rekrutierung zurückschrecken ließen. Erst 1983 – 38 Jahre nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands – sollte Barbie an Frankreich ausgeliefert werden. 1991 starb der „Schlächter von Lyon“ in seiner Gefängniszelle an Krebs. Das anvisierte Dissertationsvorhaben erhebt den Anspruch, die Beziehungen zwischen Barbie und internationalen Geheimdienstbehörden erstmals umfassend auf Basis des mittlerweile zugänglichen Aktenmaterials in deutschen, französischen, britischen, bolivianischen und U.S. amerikanischen Archiven zu analysieren. Im Mittelpunkt der Analysen stehen – vor dem Hintergrund der an die globalpolitischen Entwicklungen angepassten Sicherheitsinteressen – die Motive des Fraternisierungstrends zwischen NS-Eliten und westlichen Geheimdiensten nach 1945.

Betreuer/in: 
PD Dr. habil. Michael Müller

Universität: 
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Eintragsdatum: 
13.09.2011

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2013

Bemerkung: 


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