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Titel: 

Nachname: 
Medrow

Vorname: 
Lisa

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

"Der Islam und die Wissenschaft: Arbeiten zu der Möglichkeiten einer modernen Wissenschaft im Islam im Umfeld von Ignaz Goldziher, Snouck Hurgronje und Carl Heinrich Becker"

Epoche: 
  • Neuere und Neueste Geschichte

Sachgebiet: 
  • Wissenschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Die europäische Rezeption der modernen Wissenschaft in islamischen Gebieten begann mit einer Irritation althergebrachter Paradigmen. Über viele Jahrhunderte war der islamische Orient für die meisten Europäer kaum mehr als eine in der Zeit erstarrte Gegenwelt des sich rapide wandelnden Westens gewesen. Doch zum Ende des 19. Jahrhunderts rückte erstmals der zeitgenössische Islam und mit ihm die Entwicklung moderner Wissenschaften in islamischen Gebieten ins Blickfeld der europäischen Forscher und stellten die gängigen orientalistischen Stereotypen in Frage. Die Schriften von modernistischen muslimischen Denkern, wie Sir Saīd Ahmad Ḫān, Ğamāl ad-dīn al-Afġānī und Muhammad Abduh fanden Verbreitung, und insbesondere die islamische Adaption von westlichen Wissenschaften fand in Europa Beachtung. Der Transfer wissenschaftlicher Methoden und Theorien aus europäischen in muslimische Wissenssysteme führte so nicht nur zu Veränderungen in muslimischen Wissenstraditionen, sondern änderte auch den europäischen Blick auf den Islam. In meiner Dissertation arbeite ich über die europäische Rezeption modernistischer Wissen­schaftstheorie im Islam im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ich werde hierfür die Arbeiten von Ignaz Goldziher, Snouck Hurgronje und Carl Heinrich Becker in Bezug auf vier Punkte untersuchen: 1. der europäischen Bestandsaufnahme der zeitgenössischen Wissenschaft im Islam, 2. der Darstellung der Geschichte der muslimischen Wissenschaften, 3. der Koranexegese und 4. der wissenschaftstheoretischen Grundlegungen und Folgerungen in Bezug auf die Möglichkeit der Entwicklung einer modernen Wissenschaft im Islam. Mit meiner Arbeit verfolge ich dabei zwei Hauptanliegen: zum Einen möchte ich einen prägenden historischen Zeitabschnitt in einem Diskurs aufzeigen, der noch heute politisch umstritten ist. Zum Anderen möchte ich einen Blick auf die frühe Islamwissenschaft in Europa werfen und aufzeigen, dass diese in einem höheren Maße als bisher angenommen nicht nur von stereotypisierenden und binären Darstellungsmustern geprägt war, sondern auch aus hochkomplexen und widersprüchlichen Positionierungen gebildet wurde.

Betreuer/in: 
Prof. Klaus Hock

Universität: 
Universität Rostock

Eintragsdatum: 
06.12.2013

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
1970

Bemerkung: 


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