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VHD Mitglied Barbara Stollberg-Rilinger mit Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet

Barbara Stollberg-Rilinger erhielt am 23. März 2017 die Auszeichnung der Leipziger Buchmesse als...

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Stipendium: 21 Promotionsstipendien Altertumswissenschaften und angrenzende Disziplinen

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Kulturwissenschaftliche Gesellschaft e.V.
21.04.2017, Gent, Universität Gent (Belgien)
Deadline: 21.04.2017

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Titel: 
Dr.

Nachname: 
Osmers

Vorname: 
Maria

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

„Wir aber sind damals und jetzt immer die gleichen“ – Vergangenheitsbezüge in der polisübergreifenden Kommunikation der klassischen Zeit.

Epoche: 
  • Alte Geschichte

Sachgebiet: 
  • Erinnerungskultur
  • Politische Geschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Verweise auf einstige Taten, die Herkunft oder verwandtschaftliche Beziehungen zwischen einzelnen Poleis fassen wir in vielen der uns überlieferten polisübergreifenden Kommunikationen aus klassischer Zeit. Wurde in der Außenpolitik allerdings in dieser Form Geschichte als Argument verwendet, so erwies sich diese Strategie im Hinblick auf die getroffenen Entscheidungen als wenig wirksam. Um diesem Widerspruch zwischen Ubiquität und Wirkungsmächtigkeit nachzugehen, wurde im Rahmen der Dissertation mit Hilfe eines kommunikationshistorischen Ansatzes systematisch erschlossen, in welcher Weise und mit welcher Intention sich die Griechen in der Außenpolitik auf Vergangenes bezogen und welche Wirkungen auf das Gegenüber und das Verhältnis zueinander sie den Verweisen zuschrieben. Durch den gewählten methodischen Ansatz war es dabei möglich, außenpolitische Kommunikationen auch in religiösen oder kultischen Praktiken, Festen oder Gerichtsverhandlungen aufzuspüren und so eine breite Quellengrundlage heranzuziehen. Die sonst im Bezug auf diese Thematik präferierten Schriften der attischen Redner, Philosophen und Geschichtsschreiber konnten durch Material aus Dichtung und Archäologie ergänzt werden. Dabei zeigte sich, dass die Vergangenheit in der Außenpolitik in nahezu jeder Situation aufgerufen werden konnte und hierbei unterschiedliche Intentionen und Interessen zum Ausdruck brachte. Sie legitimierte Bündnisse und Hegemonialstellungen, rechtfertigte territoriale Ansprüche und begründete kriegerische Handlungen. Verweise auf ,Geschichte‘ stellten dabei jedoch nicht nur einfach mögliche Argumentationsmuster im griechischen Raum dar, sondern wurden von den beteiligten Parteien erwartet und konnten dementsprechend eingefordert werden. Vergangenheitsbezüge waren somit in klassischer Zeit ein fester und zugleich bedeutender Bestandteil der polisübergreifenden Kommunikation. Die aufgerufenen Erzählungen verwiesen auf einen gemeinsamen Bezugsrahmen der Akteure. Gleichzeitig und für die konkreten Debatten viel bedeutender schuf ,Geschichte‘ ein gemeinsames Koordinatensystem, in dem weiterführende Verhandlungen stattfinden konnten. Vergangenheitsbezüge ermöglichten so auch Kritik oder Diskussionen über Themen, die sonst tabu oder nicht aushandelbar waren; sie konstruierten somit – insbesondere dank des flexiblen und modifizierbaren Charakters der Vergangenheit – eine eigene Ebene innerhalb der Kommunikation, auf die aktuelle Streitfragen übertragen und auf der gegenwärtige Konstellationen ausgehandelt wurden. Die Vergangenheit fungierte damit nicht für sich allein als stichhaltiges Argument, sondern chiffrierte die erwünschten, eingeforderten bzw. existenten außenpolitischen Zustände der griechischen Welt.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Uwe Walter

Universität: 
Universität Bielefeld

Eintragsdatum: 
24.01.2013

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2013

Bemerkung: 


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