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Veranstaltungen

Kurt Bayertz/Matthias Hoesch (Exzellenzcluster "Religion und Politik")
27.03.2017–29.03.2017, Münster
Deadline: 20.03.2017

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Titel: 

Nachname: 
Timmer

Vorname: 
Sabrina

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

"Gefangen des Lochs und auf den Thürmen" - Das Gefängniswesen in Spätmittelalter und beginnender Früher Neuzeit

Epoche: 
  • Mittelalter

Sachgebiet: 
  • Rechtsgeschichte
  • Sozialgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Die Ahndung von Devianz und Delinquenz in der Vormoderne stellt seit Beginn der neunziger Jahre einen Schwerpunkt der historischen Kriminalitätsforschung in Deutschland dar. In den Blick genommen wurden bislang in erster Linie peinliche Strafen, Stadt- und Landesverweisungen sowie Geldbußen. Eine Untersuchung des spätmittelalterlichen Gefängniswesens im deutschsprachigen Raum steht hingegen noch aus. Dies mag der etablierten Forschungsmeinung geschuldet sein, wonach das Mittelalter eine Gefängnisstrafe im eigentlichen Sinne nicht gekannt habe. Die Gefängnisse seien vormals lediglich Verwahrungsorte für jene Männer und Frauen gewesen, die zum Tode verurteilt oder in Beuge- und Untersuchungshaft genommen worden waren. Anhand umfangreichen Quellenmaterials, das den zügigen Ausbau einer differenzierten Gefängnisverwaltung ab dem 15. Jahrhundert dokumentiert, soll daher zum einen geprüft werden, welche Bedeutung der Gefängnisstrafe innerhalb der spätmittelalterlichen Sanktionsformen zukam. Zum anderen stellt sich die Frage, ob und inwieweit sich die Gefängnisstrafe darüber hinaus als ein Instrument zum Ausbau und zur Sicherung obrigkeitlicher Sanktionsgewalt erwies. Gängige Vorstellungen bezüglich des Umgangs mit Inhaftierten und ihren Lebensbedingungen gehören gleichermaßen auf den Prüfstand. Waren die Haftbedingungen ausnahmslos derart grausam, wie häufig kolportiert, oder basiert dieses Urteil auf neuzeitlichen Wertmaßstäben, gepaart mit unzureichenden Kenntnissen über das spätmittelalterliche Gefängniswesen? Im Rahmen meines Dissertationsprojektes werde ich namentlich den hier skizzierten Fragen nachgehen und demzufolge die Bedeutung und Funktion der Gefängnisstrafe, ihre Formen und gesellschaftlichen Konsequenzen sowie die Lebensbedingungen der Inhaftierten herausarbeiten. Der regionale Schwerpunkt der Untersuchung liegt, insbesondere aufgrund der ausgezeichneten Quellenlage, auf der ehemaligen fränkischen Reichsstadt Nürnberg. Wo es sinnvoll oder notwendig erscheint, werden jedoch auch zu anderen Städten – innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen – Bezüge hergestellt oder Vergleiche gezogen.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Peter Schuster

Universität: 
Bielefeld

Eintragsdatum: 
10.06.2014

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2016

Bemerkung: 


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