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Pressemitteilung
18.11.2014

VHD hält Dauerausstellung der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung für gefährdet

Der Konflikt zwischen dem Direktor der bundesnahen Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ und seinem Wissenschaftlichen Beraterkreis gefährdet das Projekt einer Dauerausstellung über Flucht und Vertreibung. Aus Sicht des Historikerverbandes kann eine Dauerausstellung zum Thema Flucht und Vertreibung ausschließlich im internationalen Dialog und unter enger Einbeziehung des hoch renommierten Wissenschaftlichen Beraterkreises der Stiftung realisiert werden.

Die aus Bundesmitteln geförderte Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ ist mit ihrem Projekt einer Dauerausstellung über Flucht und Vertreibung auf wissenschaftliche Beratung angewiesen. Dies war bislang durch einen international besetzten, hoch renommierten Beraterkreis gewährleistet. Offenbar hat der Direktor der Stiftung, Manfred Kittel, den Wissenschaftlichen Beraterkreis jetzt in Kernfragen übergangen. Der Vertrauensbruch ist aus Sicht des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) gravierend, denn es handelt sich bei der geplanten Dauerausstellung über Vertreibung um ein Projekt, das nur mit fachkundiger, internationaler Unterstützung gelingen kann. Dafür haben namhafte Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland ihre Reputation eingesetzt.

Der Direktor der Stiftung hat durch den Ankauf der derzeit laufenden, temporären Ausstellung eines griechischen Anbieters „Twice a Stranger“ Zweifel auch an der geplanten Dauerausstellung genährt. Denn bei der Ausstellung „Twice a Stranger“ konnte nur durch eine Intervention des Wissenschaftlichen Beraterkreises im letzten Moment verhindert werden, dass die Vertreibung der Deutschen durch Polen ganz ohne die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs dargestellt wurde. „Diese Kontexte zu berücksichtigen ist jedoch ebenso grundlegend wie eine Berücksichtigung der Schoah und eine Unterscheidung zwischen Vertreibungen mit genozidaler Absicht und anderen Vertreibungen,“ hält Martin Schulze Wessel, Vorsitzender des VHD, fest.

Eine Ausstellung über Flucht und Vertreibung muss heute in einem guten internationalen Dialog mit polnischen und tschechischen Kollegen realisiert werden. Dafür gibt es die entsprechende Expertise und die Bereitschaft auf der polnischen und der tschechischen Seite. Ein Beispiel für die lebhafte und produktive internationale Diskussion über das Thema Vertreibung war eine entsprechende Sektion auf dem 50. Deutschen Historikertag in Göttingen, die vom Deutschen und vom Polnischen Historikerverband gemeinsam veranstaltet wurde.

Vertreibungen darzustellen ist für die deutsche und europäische Geschichte ein wichtiges Anliegen. Es ist historisch wichtig, um den individuellen Erfahrungen von Vertriebenen gerecht zu werden und um den Einschnitt zu ermessen, den Vertreibungen für viele europäische Gesellschaften bedeuteten. Heute beobachten wir erneut Prozesse von Flucht und Vertreibung, welche die Integrationsfähigkeit Deutschlands und anderer europäischer Gesellschaften herausfordern. Auch im Hinblick auf solche Gegenwarts- und Zukunftsfragen ist die geplante Ausstellung über Flucht und Vertreibung wichtig.

Pressemitteilung als PDF

Kontakt:
Dr. Nora Hilgert (Geschäftsführung)
Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.
Goethe-Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt, Tel.: 069 79832571,
E-Mail: hilgert@historikerverband.de

V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (Vorsitzender) / Prof. Dr. Johannes Paulmann (Schriftführer)