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HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste Dresden
18.10.2017–11.11.2017, Dresden, Festspielhaus Hellerau, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden

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Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. (VHD)  protestiert gegen die geplante Gesetzesänderung der Regierung Orbán in Ungarn, die die Existenz der Central European University (CEU) in Ungarn bedroht.

Mit großer Sorge beobachtet der VHD den gegen die CEU gerichteten Gesetzesentwurf der ungarischen Regierung, der noch in dieser Woche im Parlament verabschiedet werden soll. Er sieht vor, dass ausländische Universitäten, deren Trägerinstitution außerhalb des EWR-Raumes angesiedelt ist, nur dann einen Lehrbetrieb in Ungarn unterhalten und Diplome vergeben dürfen, wenn das Herkunftsland der Universität und das Zielland darüber einen Staatsvertrag abschließen und die betreffende Institution auch in ihrem Herkunftsland einen Hochschulbetrieb unterhält. Diese neuen Bedingungen richten sich eindeutig und ausschließlich gegen die Central European University.

Die CEU zählt mit ihren international führenden Forschern zu den besten Universitäten Ostmitteleuropas. Die Forschungen der Geschichtswissenschaften an der CEU wurden mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Mit dem Open Society Archive verfügt sie über herausragende Sammlungsbestände von höchster Relevanz für die Zeitgeschichte Osteuropas (unter anderem das Archiv des ehemaligen Radio Free Europe). Da sie PhD-Studierende auch aus Nachbarländern wie Rumänien und der Ukraine in einen Dialog bringt, ist sie derzeit eine von wenigen Hochschulen in Ungarn, die einen Gegenakzent zur immer weiter fortschreitenden nationalen Engführung der Wissenschaft und Umformulierung der eigenen Geschichte setzt. Die CEU zieht nicht zuletzt mit ihrer Summer University viele Studierende auch aus Deutschland an, die dort Verständnis für die ungarische Geschichte und ihre wichtige Rolle in Europa und der Welt gewinnen und diese Erkenntnis gesellschaftlich weitertragen.

Viele internationale Institutionen und namhafte Forscherinnen und Forscher haben sich bereits für die CEU eingesetzt und solidarisch erklärt (https://www.ceu.edu/istandwithCEU/support-statements ).  Selbst das U.S. State Department hat inzwischen seine Besorgnis ausgedrückt; auch staatliche Bildungseinrichtungen Ungarns wie z. B. die Ungarische Akademie der Wissenschaften stellen sich hinter die CEU.

Der Verband der Historiker und Historikerinnen protestiert entschieden gegen eine diskriminierende Gesetzgebung, die sich gegen eine gerade in den Geistes- und Sozialwissenschaften herausragende Universität richtet. Der Verband fordert politische Entscheidungsträger in Deutschland dazu auf, Einfluss auf die Regierung Viktor Orbáns zu nehmen, um eine Gesetzgebung zu stoppen, die zur Schließung der CEU in Ungarn führen kann. Für ein gemeinsames Europa ist es unerlässlich, dass junge Menschen in Ostmitteleuropa die Chance haben, sich einen international orientierten Bildungshorizont anzueignen.

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. ist die Interessenvertretung des Faches Geschichte gegenüber gesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Behörden, er unterstützt die internationale Vernetzung der Geschichtswissenschaft, setzt sich für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein und veranstaltet im zweijährigen Rhythmus den Deutschen Historikertag. Der VHD hat zurzeit 3.200 Mitglieder.

V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Eva Schlotheuber (Vorsitzende)

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Eva Schlotheuber
Vorsitzende des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte I
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
E-Mail: schlotheuber@phil.uni-duesseldorf.de

oder

Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.
Dr. Kristina Matron (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)
c/o Goethe-Universität Frankfurt am Main
Tel:  069 - 798 32571 /-72
Fax:  069 - 798 32570
E-Mail: matron@historikerverband.de

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Brief an Zoltán Balog