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06.08.2019 16:46

Symposion: Die Frankfurter Paulskirche. Ort der deutschen Demokratie, 30.09.-01.10.

Wie kein anderer Ort symbolisiert die Paulskirche die Tradition einer demokratischen und freiheitlichen Verfassung für die deutsche Nation. Hier tagten zwischen dem 18. Mai 1848 und dem 30. Mai 1849 die Abgeordneten der Nationalversammlung, beschlossen Ende 1848 die „Grundrechte des Deutschen Volkes“ und verabschiedeten am 27. März 1849 das seinerzeit freiheitlichste, demokratischste und sozialste Verfassungswerk. Obwohl der Paulskirchen-Verfassung nach dem Sieg der Reaktion 1849 die Anerkennung verwehrt blieb, prägte sie sowohl die Weimarer Verfassung von 1919 als auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland 1949.

Die 1833 eingeweihte evangelisch-lutherische Paulskirche ersetzte die 1786 abgerissene mittelalterliche Barfüßerkirche. Nach Auflösung der Nationalversammlung diente sie wieder als Gotteshaus der Paulsgemeinde bis zu ihrer Zerstörung 1944. Zur Einhundertjahrfeier der Deutschen Nationalversammlung 1948 feierte die Paulskirche in zeitgemäß vereinfachter Gestalt wiederaufgebaut ihre Wiedereinweihung. Seitdem fungiert die Paulskirche als politische Gedenkstätte und ihr Plenarsaal dient als Ort besonderer Festakte und bedeutender Preisverleihungen.

Das vom Institut für Stadtgeschichte und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung veranstaltete Symposium beleuchtet in neun Vorträgen und einem Stadtrundgang die Baugeschichte der Paulskirche, die Bedeutung der Beschlüsse der Nationalversammlung für die demokratische Entwicklung sowie die Erinnerungskultur an diesen bedeutenden Ort der deutschen Geschichte bis heute.

Programmflyer

30. SEPTEMBER / 1. OKTOBER  2019

Montag, 30. September 2019, 9 bis 17 Uhr    

9:00 Uhr: Registrierung    

9:30 Uhr: Begrüßung    
Franziska Kiermeier M.A., Institut für Stadtgeschichte
Stadtrat Dr. Bernd Heidenreich, Magistrat Frankfurt am Main
Dr. Alexander Jehn, Hessische Landeszentrale für politische Bildung

10:00 Uhr: Kirche und Parlament. Die Bau- und Nutzungsgeschichte der Paulskirche bis 1944    
Referentin: Lucia Seiß, M.A., Frankfurt am Main

11:00 Uhr: Das Selbstverständnis der deutschen Nationalstaatsbewegung im Frühjahr 1848
Referent: Prof. Dr. Frank Engehausen, Heidelberg   

12:00 Uhr: Mittagspause    

13:30 Uhr: Das Ringen um Einigkeit und Recht und Freiheit    
Referent: Dr. Günter Mick, Frankfurt am Main

14:30 Uhr: Das Werk der Paulskirche: Scheitern und Nachwirken    
Referent: Prof. Dr. Dieter Hein, Frankfurt am Main

15:30 Uhr: Kaffeepause    

16:00 Uhr: Die Paulskirche – Stadtgang zum Gedenkort der deutschen Demokratie
Führung: Till Fischer / Christian Setzepfandt

Dienstag, 1. Oktober 2019, 10 bis 17 Uhr

10:00 Uhr: Eine Verfassung – aber für wen? Nationskonzepte innerhalb und außerhalb der Paulskirche    
Referent: Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Frankfurt am Main

11:00 Uhr: Erinnerung und Tradition - die Frankfurter Gedenkfeiern an 1848 in Kaiserreich und Republik            
Referent: Prof. Dr. Walter Mühlhausen, Heidelberg

12:00 Uhr: Mittagspause    

13:30 Uhr: „Das Haus aller Deutschen“: Der Wiederaufbau der Paulskirche als Signal    
Referent: Dr. Thomas Bauer, Frankfurt am Main

14:30 Uhr: Demokratische Kirchen und Schlösser? Demokratieorte in Deutschland
Referent: Apl. Prof. Dr. Michael Dreyer, Jena

15:30 Uhr: Kaffeepause    

16:00 Uhr: Denkmal-Politik zwischen Prunksucht, Reinigungsphantasien und Geschichts-Revisionismus. Anmerkungen zu jüngeren Denkmal-Projekten in Deutschland  
Referent: Prof. Dr. Gerhard Vinken, Bamberg

Informationen zur Anmeldung
Ort aller Vorträge: Karmeliterkloster, Refektorium
Veranstalter: Institut für Stadtgeschichte / Hessische Landeszentrale für politische Bildung
Moderation: Franziska Kiermeier M.A.
Teilnehmereigenleistung: 20 €, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende in Ausbildung: keine
Anmeldung bis 13. September 2019 erforderlich per Post, per Fax (0611 32 40 77) oder per Mail bei ute.pahl@hlz.hessen.de.
Information: Ute Pahl, Tel. 0611 32 40 01