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Umfrage zur Lage der Beschäftigten im Fach Geschichte

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Veranstaltungen

Rüdiger Graf (ZZF Potsdam) / Alina Marktanner (MPIfG Köln) / Sebastian Schöttler (HU Berlin)
26.03.2020–27.03.2020, Potsdam, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Deadline: 16.03.2020

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05.09.2019 15:50

Tagung: Point of No Return - Wende und Umbruch in der ostdeutschen Kunst, Leipzig, 15./16.10.2019

Die Zäsur von »1989« erweist sich auf dem Gebiet der bildenden Kunst als der Beginn eines unabgeschlossenen, historisch einzigartigen Umbruch- und Transformationsprozesses. Dieser gerät zunehmend in den Fokus der internationalen Geschichts- und Kulturwissenschaften. Im Zuge einer forcierten Thematisierung »von außen« stellt sich die Frage, inwieweit die vorschnellen Kanonisierungen in Deutschland »von innen« – insbesondere die offenen und verdeckten Marginalisierungspraxen gegenüber der in der DDR und der auf ihrem einstigen Gebiet nach 1989 entstandenen ostdeutschen Kunst –, umgesetzt vom Kunstbetrieb, den Kunstmuseen und den Foren einer institutionalisierten Kunstgeschichte, radikal auf den Prüfstand historischer Analyse gehören.

Die Öffentliche Tagung findet anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum der bildenden Künste statt (Laufzeit bis 3.11.2019). Sie widmet sich einerseits den Transformationsprozessen im Kunstbetrieb (inklusive ihrer Wert- und Rangproduktion) und andererseits der entscheidenden Frage der Kontextualisierung der im Osten Deutschlands entstandenen Kunst. Die Tagung versucht dabei neue Perspektiven auf die ostdeutsche Kunst zu eröffnen; auch als Gegenprobe zu den politischen und kunstbetrieblichen Gewissheiten des deutsch-deutschen Bilderstreites, in der eine tendenzielle Deklassierung der in der DDR und in Ostdeutschland entstandenen Kunst zu registrieren ist. Damit stellt sich die Tagung auch in den aktuellen medialen Diskurs um den Status der ostdeutschen Post-DDR-Transformation und die dabei zu konstatierenden strukturellen Verwerfungen in gesellschaftlichen Teilbereichen.

Vor dem Hintergrund postkolonialer Diskurse und der damit verbundenen aktuellen Inventur vorherrschender Narrationen ergibt sich somit die Chance eines unverstellten Blickes auf die politische und ästhetische Diversität in allen Segmenten ostdeutscher Künstlerschaft. In diesem Sinne, so eine der Grundhypothesen der Tagung, kann nicht weiter sinnvoll von homogenisierten Kunstbegriffen oder Künstlerrollen in der DDR und Ostdeutschland mehr ausgegangen werden. Vielmehr bietet die Tagung mit ihrem Fokus auf »Wende« und Umbruch die Möglichkeit, die divergierenden Positionen ostdeutscher Kunst aufzuzeigen, ohne abweichende Vorstellungen von vorneherein mit dem Kampfvokabular des deutsch-deutschen Bilderstreites für erledigt zu erklären.