Call for Sessions

Die Sprachen der Frühen Neuzeit. 14. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands in Bamberg, 22.–24. September 2022

In den letzten Jahrzehnten haben sich zahlreiche Arbeitsgebiete und Teildisziplinen der Frühneuzeit-forschung mit Sprache als grundlegendem Medium menschlicher Verständigung beschäftigt: Die Diplomatiegeschichte etwa hat sprachliche Aspekte von Friedensverhandlungen und -verträgen untersucht; die historische Bildungsforschung hat Formen und Praktiken des Fremdsprachenlernens analysiert; die Geistes- und Wissenschaftsgeschichte hat die Rolle des Lateinischen wie auch das Vordingen lebender Sprachen als Gelehrtensprachen thematisiert; die Globalgeschichte hat Prozesse der Aneignung außereuropäischer Sprachen im Prozess der europäischen Expansion sowie Probleme der sprachlichen Verständigung in interkulturellen Kontakt- und Konfliktsituationen in den Blick genommen. Indem sie diese und weitere Dimensionen von kommunikativen Praktiken, Übersetzungsleistungen und Mehrsprachigkeit in den Fokus rückt, möchte die Arbeitstagung die einschlägigen Forschungen bündeln und neue Perspektiven auf die Sprachen der Frühen Neuzeit aufzeigen. Die Beschäftigung mit dieser Thematik soll darüber hinaus zu interdisziplinärer Zusammenarbeit – insbesondere mit den Sprach- und Literaturwissenschaften – sowie zu internationalen Kooperationen anregen. Dabei erscheinen die folgenden Leitfragen besonders relevant:

  • Aus welchen Motiven eigneten sich historische Akteurinnen und Akteure Sprachkenntnisse an, und wie setzten sie diese ein?
  • In welchen historischen Kontexten spielten Sprachbarrieren eine Rolle, und wie wurden diese überwunden?
  • Inwiefern hatte Mehrsprachigkeit soziale, geschlechtsspezifische, ethnische und/oder religiöse Konnotationen?
  • Welche sprachlichen Wirkungen zeitigten Prozesse wie Reformation, Konfessionalisierung, Etablierung des neuzeitlichen Staatensystems, wissenschaftliche Revolution und Aufklärung?
  • Wie vollzog sich der Aufstieg der Volkssprachen zu Verwaltungs-, Literatur- und Wissenschaftssprachen, und welche Faktoren beeinflussten diesen Prozess?
  • Welche Rolle spielten die klassischen Sprachen (allen voran das Lateinische), insbesondere in der gelehrten Kommunikation und in den christlichen Kirchen?
  • Welche Faktoren bedingten Sprachenwahl und Sprachgebrauch in Handel, Diplomatie, Militär, Herrschaftspraxis und Mission?
  • Wie stellte sich die sprachliche Situation von Migranten und Minderheiten dar?
  • Welche Unterschiede lassen sich innerhalb europäischer Länder und Regionen sowie zwischen Europa und anderen Weltregionen hinsichtlich der Relevanz von Mehrsprachigkeit und des Erlernens von Fremdsprachen feststellen?

Der Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte an der Universität Bamberg, der die Tagung organisiert, lädt hiermit zur Einreichung von Sektionsvorschlägen ein, die sich mit Aspekten des Tagungsthemas befassen. Für jede Sektion stehen zwei Stunden Zeit zur Verfügung. Sektions-vorschläge sollten kurze Angaben zu den Leiterinnen und Leitern, Referentinnen und Referenten sowie ggf. Kommentatorinnen und Kommentatoren, ein Kurzexposé und provisorische Vortragstitel enthalten. Der Umfang der Sektionsvorschläge sollte 10.000 Zeichen nach Möglichkeit nicht überschreiten. Tagungs-sprachen sind Deutsch und Englisch. Interdisziplinär und/oder international zusammengesetzte Panels sind besonders erwünscht.

Bitte senden Sie Ihre Sektionsvorschläge bis zum 31. August 2021 an Dr. Andreas Flurschütz da Cruz (andreas.flurschuetz@uni-bamberg.de) und Prof. Dr. Mark Häberlein (mark.haeberlein@uni-bamberg.de). Die Organisatoren werden in Abstimmung mit dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im VHHD bis Ende Oktober 2021 eine Auswahl aus den eingegangenen Vorschlägen treffen.

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