Die Sprachen der Frühen Neuzeit. 14. Arbeitstagung der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands in Bamberg, 22.–24. September 2022

Flyer

Vorläufiges Programm (Stand 10. Juni 2022)

Do, 22.9.2022

13.30 – 14.00 UhrBegrüßung und Einführung
14.15 – 16.15 UhrSektionsblock I (3 parallele Sektionen)
16.15 – 16.45 UhrKaffeepause
16.45 – 18.45 UhrSektionsblock II (3 parallele Sektionen)
19.00 Uhr

Abendvortrag: Mechthild Habermann, Erlangen
Volkssprache(n) als Instrumente der Politik in der Frühen Neuzeit
anschließend Empfang

Fr, 23.9.2022

9.00 – 11.00 UhrSektionsblock III (3 parallele Sektionen)
11.00 – 11.30 UhrKaffeepause
11.30 – 13.30 UhrSektionsblock IV (3 parallele Sektionen)
13.30 – 14.30 UhrMittagspause
14.30 – 16.30 UhrSektionsblock V (3 parallele Sektionen)
16.45 – 17.45 UhrMitgliederversammlung

Sa, 24.9.2022

9.00 – 11.00 UhrSektionsblock VI (3 parallele Sektionen)
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause
11.30 – 13.30 UhrSektionsblock VII (3 parallele Sektionen)
13.30 – 14.00 UhrPause
14.00 – 15.30 UhrSchlussdiskussion

Sektionen

Ia Franziska Neumann, Braunschweig / Hannes Ziegler, München
Die Sprache(n) der Verwaltung: Sprache, Formalisierung, und Verwaltungspraxis in der Frühen Neuzeit

Maria Weber, München:
Mit Zahlen sprechen. Kalkulatives Sprachinventar in städtischen Verwaltungen des 16. Jahrhunderts

Tobias Graf, Berlin:
Ausländer und das Ausland in Verwaltungsschriftgut. Beobachtungen zur Kommunikation von und mit deutschsprachigen Behörden

Benjamin Seebröker, Münster:
Vom Tatort vors Gericht. Mündlichkeit und Verwaltungsschrifttum in englischen Gerichtsakten des 18. Jahrhunderts

Peter Becker, Wien: Kommentar

Ib Anke Fischer-Kattner, München / Fabian Fechner, Hagen
Map Languages: Linguistic and Translational Practices in Early Modern Mapping 

Anke Fischer-Kattner, München:
Languages and Military Cartography (17th and 18th centuries) – Challenges of Theory and Practice

Fabian Fechner, Hagen:
How to Identify Ancient Places in Central Africa? Exemplifying Debates in German, French and Portuguese Cartography (c. 1750)

Irina Saladin, Tübingen:
Translation as a Cartographic Practice: The Working Sketches of the Parisian Geographers Claude and Guillaume Delisle (c. 1700)

Marie-France Guénette, Laval (Kanada):
Moving Mountains? Early Modern Maps in Translation

Jürgen G. Nagel (Hagen): Comment

Ic Alan Ross, Wien
Theorien und Praktiken der Mehrsprachigkeit an Schulen der Frühen Neuzeit

Jonas Flöter, Leipzig:
Der altsprachliche Unterricht an den Sächsischen Fürsten- und Landesschulen im Kontext der humanistischen Bewegung im 16. Jahrhundert

Alan Ross, Wien:
‚So dass sie, neben dem Lateinischen, auch Deutsch lernen‘ – Mehrsprachige Lehrwerke und die pädagogische Reformbewegung um 1600

Asaph Ben-Tov, Kopenhagen:
Das Unterrichten und Erlernen von Hebräisch und anderen orientalischen Sprachen an Lateinschulen und akademischen Gymnasien in protestantischen Territorien im Alten Reich

Stefan Newerkla, Wien:
Jesuiten als Vermittler von Mehrsprachigkeit: Der Sprachunterricht am Wiener Collegium Theresianum von seiner Gründung 1746 bis zur Auflösung des Jesuitenordens 1773

IIa Hans-Jürgen Bömelburg, Gießen / Kolja Lichy, Gießen
Die vielen Sprachen des Hofes. Bedeutung und Praktiken von Mehrsprachigkeit in monarchischen Kommunikationszentren des östlichen Europa

Kolja Lichy, Gießen: Einleitung 

Hans-Jürgen Bömelburg, Gießen:
Sprachkompetenzen und Sprachwechsel am polnischen Wasahof (1587–1668) 

Ingrid Schierle, Tübingen:
Der Petersburger Hof im 18. Jahrhundert und die Entwicklung einer „Landessprache“ 

Robyn Dora Radway, Wien:
Mehrsprachigkeit an den Höfen der osmanischen Provinzen im Donauraum 

Rostislav Smíšek, Budweis:
Böhmische Aristokraten und die Sprachen des Wiener Hofes 

Kolja Lichy, Gießen: Kommentar

IIb Magnus Ressel, Frankfurt am Main:
Die Sprachen des vormodernen Fernhandels und ihre strategische Nutzung

Ulla Kypta, Hamburg:
Internationaler Handelsknotenpunkt ohne lingua franca: Mehrsprachigkeit in Antwerpen im 16. Jahrhundert

Eva Brugger, Zürich:
Die Macht der Sprache. Konkurrenz, Divergenz und Konvergenz im nordamerikanischen Pelzhandel

Magnus Ressel, Frankfurt am Main:
Deutsch und Italienisch im transalpinen Handelsaustausch des 17. und 18. Jahrhunderts

Stefano Saracino, München:
Die Sprachen der „griechischen Handelsmänner“ im Wien des 18. Jahrhunderts

IIc Matthias Pohlig, Berlin / Barbara Schlieben, Berlin
Unwahrscheinliches Sprechen. Kommunikation mit nicht-menschlichen Akteuren in der Vormoderne 

Barbara Schlieben, Berlin / Matthias Pohlig, Berlin:
Kommunikation mit nicht-menschlichen Akteuren in der Vormoderne – eine Einführung

Kathrin Müller, Berlin:
Stille. Bildsprachen des Gebets 

Barbara Schlieben, Berlin:
Kommunikation mit Hunden und Pferden in Aufzucht- und Pflege-Beziehungen (13. und 14. Jahrhundert)

Bernd Roling, Berlin:
Gespräche mit den Feen und ihr ideologisches Echo: Gerald von Wales und seine frühneuzeitlichen Leser 

Matthias Pohlig, Berlin:
Gespräche zwischen Pastor, Mädchen und Teufel: Teufelsaustreibung im frühneuzeitlichen Luthertum

IIIa Lena Oetzel, Salzburg / Birgit Tremml-Werner, Växjö
Diplomatische Verträge im Dialog. Asiatische und europäische Perspektiven auf deren Sprachgebrauch

Dorothée Goetze, Sundsvall:
Vmme vermerung leue vnd frundtschap: Die Eheverträge der frühen Vasa

Helena Jaskov, Luxembourg:
Diplomatische Grenzgänger. Der russisch-chinesische Friedensvertrag von Nerchinsk (1689)

Lena Oetzel, Salzburg:
Zwischen Christianitas und pax universalis. Das Leitvokabular europäischer Friedensverträge

Birgit Tremml-Werner, Växjö:
Blutsbruderschaft oder Handelsabkommen: Die Sprache der Verträge in Südostasien, c. 1550–1620

Ramy Youssef, Utrecht: Kommentar

IIIb Martin Biersack, München / Klemens Kaps, Wien 
Zwischen imperialer Sprachpolitik und lingualer Selbstbehauptung: Vielsprachigkeit, Übersetzung und koloniale Herrschaft in Ibero-Amerika

Sabine Anagnostou, Marburg:
Indigene Sprachen als Medien des medizinisch-pharmazeutischen Wissenstransfers im Kontext der christlichen Mission in Iberoamerika des 16. bis 18. Jahrhunderts: Chancen – Optionen – Grenzen

Marie Schreier, Tübingen:
Das Scheitern der Verständigung: Mehrsprachigkeit und Verhandlungsführung in der Kontaktzone Darien im späten 17. Jahrhundert

Simon Siemianowski, Tübingen:
Verlernt und verfälscht? – Vorstellungen von Sprachwandel und wechselnder sprachlicher Zugehörigkeit in neuspanischen Missionen des 18. Jahrhunderts 

Karin Harrasser, Linz: Kommentar

IIIc Ato Quirin Schweizer, Duisburg-Essen / Teresa Schröder-Stapper, Duisburg-Essen
Making Sense of the Unintelligible and Nonsense? Die multimediale Verwendung von Ornamentik, ‚Pseudo-Schriften‘ und unverständlichen Schriftzeichen in der Frühen Neuzeit

Ato Quirin Schweizer / Dr. Teresa Schröder-Stapper (beide Duisburg-Essen): Einführung

Ennio Napolitano, Beirut:
What does the term “pseudo” refer to? New hypotheses and considerations about definitions of “illegible” writings

Teresa Schröder-Stapper, Duisburg-Essen:
Fluch oder Segen? Unverständliche Schriftzeichen in städtischen Inschriften der Frühen Neuzeit 

Robyn Dora Radway, Wien / Ato Quirin Schweizer, Duisburg-Essen:
Der Reiz des Unverständlichen? Außergewöhnliche Schriften in deutschen Stammbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts

Astrid Zenkert, Stuttgart:
Hieroglyphen der Vernunft – Die arabischen Inschriften der Schwetzinger Gartenmoschee zwischen Übersetzung und Geheimnis.

Susan Richter, Kiel: Kommentar

IVa Barbara Henning, Mainz / Jan Kusber, Mainz
Die Sprachen des Politischen in und zwischen den Imperien. Formen der kommunikativen Wahrnehmung im Osmanischen und Russischen Reich

Iwan Iwanov, Mainz:
Die sprachliche Vielfalt des russischen Hofs in der Darstellung deutscher Gesandter von 1725 bis 1730

Yusuf Karabicak, Mainz:
Enlightened Words, Grand Promises: Russian and Ottoman Declarations in the Ottoman Russian War of 1768–1774.

Alexander Bauer, Bonn:
Die Sprache von Gefangenschaft und Leid bei Pavel Levašov (1719-1820)

Gül Sen, Bonn:
Sprache der Gefangenschaft: Unfreiwillige Mobilität und Fremdheitserfahrung im osmanisch-russischen Kontext

Jan Kusber, Mainz / Barbara Henning, Mainz: Kommentare

IVb Marina Albers, München / Laura Linzmeier, Regensburg / Tabea Salzmann, Bremen
Netzwerke der Sprach- und Wissensvermittlung in der kolonialen Romania der Frühen Neuzeit – die Rolle der Kirche als Akteur des Staates

Marina Albers, München / Laura Linzmeier, Regensburg: Einführung

Ingrid Neumann-Holzschuh, Regensburg:
Die Rolle der christlichen Orden bei der Verbreitung des Französischen in der Nouvelle France

Martina Schrader-Kniffki, Mainz:
Zirkulierende Diskurstraditionen zwischen Kirche, Gesetzen und notarieller Praxis in Neu-Spanien

Teresa Gruber, München:
Sprachpolitische Ideen und Sprachdenken der Jesuiten in den Beschreibungen der brasilianischen linguas gerais im 17. und 18. Jahrhundert

Kommentar: Tabea Salzmann, Bremen

IVc Michael Prinz, Uppsala
Die Sprachen des Hörsaals. Sprachwahl und Mehrsprachigkeit in akademischen Vorlesungen der Frühen Neuzeit

Michael Prinz, Uppsala: Einführung 

Marian Füssel, Göttingen:
Die Sprachen der Gelehrsamkeit und ihre Hörer: Zur Wahrnehmungsgeschichte akademischer Vorlesungen im 18. Jahrhundert

Philipp Roelli, Zürich:
Das langsame Ende des Latein als Vorlesungssprache 

Michael Prinz, Uppsala:
Sprachwahl und multilinguale Praxis im frühneuzeitlichen Hörsaal 

Kyoko Sugisaki, Basel / Julia Sjöberg, Uppsala:
Mehrsprachige Vorlesungen in der Frühen Neuzeit. Sozio-pragmatische Aspekte des akademischen „language shift“ 

Wolf Peter Klein, Würzburg: Kommentar 

Va Alexandr Osipian, Berlin
Facilitating global trade and diplomacy: interpreters and linguistic expertise between the Middle East and Europe.

Alexandr Osipian, Berlin:
Armenian merchants as intermediaries in Polish-Ottoman and Polish-Persian diplomacy and trade.

Zsuzsanna Cziráki, Wien:
Interpreters for Oriental Languages Entering Habsburg Diplomatic Service: Proof of Skills in the 17th century Hofkriegsrat.

Cristian Luca, Galaţi (Rumänien):
The grand dragoman Tommaso Tarsia (1641–1716) between diplomatic duties, trade activity and participation in the Catholic community life in Constantinople.

Angela De Maria, San Marino / Bordeaux:
An Istanbul “supranational” team of Ottoman language experts: the interpreters of the Venetian and French embassies at the Ottoman Porte (17th–18th centuries)

Iván Szántó, Budapest: Comment

Vb Lisa Kolb, Augsburg / Lothar Schilling, Augsburg
Sprachen der „Ökonomie“. Ordnung und Aushandlung wirtschaftlichen Wissens in Reformdiskursen des 18. Jahrhunderts

Lothar Schilling, Augsburg:
Die Ökonomie der Ökonomischen Aufklärer

Jani Marjanen, Helsinki:
The Language of Economic Patriotism in Eighteenth-Century Economic Societies

Lina Weber, Universität St. Andrews:
Dugald Stewart und die Formulierung der Politischen Ökonomie in Schottland um 1800

Lisa Kolb, Augsburg:
„Ein geschickter Fleiß in den Künsten“. Übersetzung und ökonomisches Sprachwissen in den Publikationen der Oekonomischen Gesellschaft Bern (1759–1798) 

Vc Susan Richter, Kiel / Kai Gräf, Heidelberg
Semantiken des Unglaubens in der Frühen Neuzeit

Björn Spiekermann, Guangzhou:
„Atheisten, Naturalisten, Deisten, grobe Indifferentisten, Sceptiker und dergleichen Leute“. Zur Lexik und Semantik des Unglaubens in der Frühen Neuzeit 

Jonathan Nathan, Cambridge:
The Problem of Atheist Allegory in the Seventeenth Century 

Kai Gräf, Heidelberg:
Schwellen des Unglaubens: Das Deismusproblem in der deutschen Spätaufklärung 

Susan Richter, Kiel:
Des Gottlosen Wörterbuch der Gottlosigkeit – Sylvain Maréchals Dictionnaire des athées anciens et modernes (1799)

VIa Guido Braun, Mulhouse / Camille Desenclos, Amiens
Ordnung durch Sprache. Souveränitätskonzeptionen und diplomatische Sprachpraxis in der Frühen Neuzeit

Guido Braun, Mulhouse:
Kurze Einführung aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive 

Camille Desenclos, Amiens:
Sprachwahl und Sprachgebrauch im diplomatischen Alltag: Ringen um Souveränität? Frankreich, die Niederlande und das Heilige Römische Reich (1560er–1650er Jahre) 

Markus Laufs, Hanau:
Sprache zwischen Repräsentation und Verhandlung. Der Gebrauch des Niederländischen als Ausdrucksmittel von Souveränität in der Diplomatie des 17. Jahrhunderts 

Dorothée Goetze, Sundsvall:
Den richtigen Ton treffen: Diplomaten der schwedischen Krone als Vertreter eines internationalen Akteurs und reichsständische Gesandte 

Dejanirah Couto, Paris:
Language and Diplomatic Negotiation in Southeast Asia: the Relations between the Ottoman Empire and the Sultanate of Aceh (16th Century) 

Annette Gerstenberg, Potsdam:
Kommentar aus sprachwissenschaftlicher Perspektive

VIb Ulrike Krampl, Tours / John Gallagher, Leeds
Mobilität und Mehrsprachigkeit 

John Gallagher, Leeds / Ulrike Krampl, Tours: Einleitung

Richard Ansell, Leicester:
Educational travellers and the use of French in England, 1650–1750

John Gallagher, Leeds:
Notaries, Wills, and the Social History of Translation in London, c. 1570–1620

Ulrike Krampl, Tours:
Arbeitsmobilität, Sprachen und Geschlecht im 18. Jahrhundert

Mathilde Monge, Toulouse 2:
Sprache, Minderheit, Gemeinschaft. Diasporasprachen im Europa der Frühen Neuzeit

Rebekka von Mallinckrodt, Bremen:
Vielsprachige Subalterne. Außereuropäische Menschen im frühneuzeitlichen Reich

VIc Martin Mulsow, Erfurt u. Gotha / Manfred Krebernik, Jena 
Das Sammeln fremder Sprachen und Schriften

Martin Mulsow, Erfurt / Gotha:
Globalisierung, Schrift, Polyhistorie: Kann man Sprachen sammeln? 

Manfred Krebernik, Jena:
Die Listen fremder Wörter.  Bernhard von Breydenbach lernt im Orient – und wir von ihm

Toon van Hal, Leuven / Sven Osterkamp, Bochum:
Nach Mithridates ist vor Mithridates: Sprach- und Schriftsammlungen im deutschsprachigen Raum des 18. Jahrhunderts 

Bernd Roling, Berlin:
Indianer und Samojeden: Johann Severin Vater als Sprachensammler der Spätaufklärung

Asaph Ben-Tov, Kopenhagen: Kommentar

VIIa Sünne Juterczenka, Göttingen 
Wissen zwischen den Kulturen. Fach-, Sonder- und Spezialsprachen in der Frühen Neuzeit

Andreas Deutsch, Heidelberg:
„In hoch Teutsche Sprach mit vleiß verwandelt“ – Zur Etablierung einer gesamtdeutschen Rechtssprache in der Frühneuzeit 

Cornelia Aust, Bielefeld:
Sprachen des Konsums. Kleidung und Haushaltsgegenstände in jüdischen Inventaren des 18. Jahrhunderts 

 Sünne Juterczenka, Göttingen:
Der Wort-Schatz des Teehändlers. Kulturelle Übersetzung in maritimen Fachwörterbüchern des 18. Jahrhunderts

Ina Ulrike Paul, Berlin/München:
Die Wissenswelt der Sprache(n) in europäischen Enzyklopädien des 18. Jahrhunderts

VIIb Sundar Henny, Bern / Simon Mills, Newcastle / Meseret Oldjira, Princeton
Between Babel and Jerusalem: European Travellers and the Languages of Africa and the East

Sundar Henny, Bern:
Picturing languages I: Non-Latin script in travelogues 

Meseret Oldjira, Princeton:
Picturing languages II: Ethiopian scripts in travelogues

Simon Mills, Newcastle:
Edward Pococke (1604–91) and the Arabic Bible

Stefano Saracino, München: Kommentar

VIIc Michael Egger, Bern / Stephan Ehrenpreis, Innsbruck / Heinrich Richard Schmidt, Bern
Lesen, Schreiben, Glauben – Seelenregister und Literalität in der Vormoderne

Stefan Ehrenpreis, Innsbruck:
Seelenregister – Wesen und Wert einer vernachlässigten Quellengattung

Michael Egger, Bern, Siegen u. Warwick:
Literalität im Protestantismus (Zwischenstand der bisherigen Auswertungen zu Zürich, Thurgau, Oldenburg, Sachsen-Gotha, Württemberg, Schweden)

Heinrich R. Schmidt, Bern:
Literalität im Katholizismus im Vergleich zum Protestantismus

Schlussdiskussion (Podium), Samstag 14.00 – 15.30 Uhr: 

Isabelle Deflers, München / Antje Flüchter, Bielefeld
Hat Übersetzung ein Geschlecht? Ein Gespräch

Diskutantinnen: Luica Graab; Marília Jöhnk; Valentine Meunier, selbständige Übersetzerin; Regina Toepfer

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Call for Sessions

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In den letzten Jahrzehnten haben sich zahlreiche Arbeitsgebiete und Teildisziplinen der Frühneuzeit-forschung mit Sprache als grundlegendem Medium menschlicher Verständigung beschäftigt: Die Diplomatiegeschichte etwa hat sprachliche Aspekte von Friedensverhandlungen und -verträgen untersucht; die historische Bildungsforschung hat Formen und Praktiken des Fremdsprachenlernens analysiert; die Geistes- und Wissenschaftsgeschichte hat die Rolle des Lateinischen wie auch das Vordingen lebender Sprachen als Gelehrtensprachen thematisiert; die Globalgeschichte hat Prozesse der Aneignung außereuropäischer Sprachen im Prozess der europäischen Expansion sowie Probleme der sprachlichen Verständigung in interkulturellen Kontakt- und Konfliktsituationen in den Blick genommen. Indem sie diese und weitere Dimensionen von kommunikativen Praktiken, Übersetzungsleistungen und Mehrsprachigkeit in den Fokus rückt, möchte die Arbeitstagung die einschlägigen Forschungen bündeln und neue Perspektiven auf die Sprachen der Frühen Neuzeit aufzeigen. Die Beschäftigung mit dieser Thematik soll darüber hinaus zu interdisziplinärer Zusammenarbeit – insbesondere mit den Sprach- und Literaturwissenschaften – sowie zu internationalen Kooperationen anregen. Dabei erscheinen die folgenden Leitfragen besonders relevant:

  • Aus welchen Motiven eigneten sich historische Akteurinnen und Akteure Sprachkenntnisse an, und wie setzten sie diese ein?
  • In welchen historischen Kontexten spielten Sprachbarrieren eine Rolle, und wie wurden diese überwunden?
  • Inwiefern hatte Mehrsprachigkeit soziale, geschlechtsspezifische, ethnische und/oder religiöse Konnotationen?
  • Welche sprachlichen Wirkungen zeitigten Prozesse wie Reformation, Konfessionalisierung, Etablierung des neuzeitlichen Staatensystems, wissenschaftliche Revolution und Aufklärung?
  • Wie vollzog sich der Aufstieg der Volkssprachen zu Verwaltungs-, Literatur- und Wissenschaftssprachen, und welche Faktoren beeinflussten diesen Prozess?
  • Welche Rolle spielten die klassischen Sprachen (allen voran das Lateinische), insbesondere in der gelehrten Kommunikation und in den christlichen Kirchen?
  • Welche Faktoren bedingten Sprachenwahl und Sprachgebrauch in Handel, Diplomatie, Militär, Herrschaftspraxis und Mission?
  • Wie stellte sich die sprachliche Situation von Migranten und Minderheiten dar?
  • Welche Unterschiede lassen sich innerhalb europäischer Länder und Regionen sowie zwischen Europa und anderen Weltregionen hinsichtlich der Relevanz von Mehrsprachigkeit und des Erlernens von Fremdsprachen feststellen?

Der Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte an der Universität Bamberg, der die Tagung organisiert, lädt hiermit zur Einreichung von Sektionsvorschlägen ein, die sich mit Aspekten des Tagungsthemas befassen. Für jede Sektion stehen zwei Stunden Zeit zur Verfügung. Sektions-vorschläge sollten kurze Angaben zu den Leiterinnen und Leitern, Referentinnen und Referenten sowie ggf. Kommentatorinnen und Kommentatoren, ein Kurzexposé und provisorische Vortragstitel enthalten. Der Umfang der Sektionsvorschläge sollte 10.000 Zeichen nach Möglichkeit nicht überschreiten. Tagungs-sprachen sind Deutsch und Englisch. Interdisziplinär und/oder international zusammengesetzte Panels sind besonders erwünscht.

Bitte senden Sie Ihre Sektionsvorschläge bis zum 31. August 2021 an Dr. Andreas Flurschütz da Cruz (andreas.flurschuetz@uni-bamberg.de) und Prof. Dr. Mark Häberlein (mark.haeberlein@uni-bamberg.de). Die Organisatoren werden in Abstimmung mit dem Vorstand der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im VHHD bis Ende Oktober 2021 eine Auswahl aus den eingegangenen Vorschlägen treffen.