Mitteilungen aus dem Verband

53. Deutscher Historikertag: Call for Sessions und Preisausschreibungen

Vom 8. bis 11. September 2020 findet der 53. Deutsche Historikertag an der LMU München unter dem...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Job: Wissenschaftliche Mitarbeiter (m/w/d), "Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas"

Heidelberger Akademie der WissenschaftenAkademie des Landes Baden-Württemberg- Körperschaft des...

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Veranstaltungen

Deutsches Historisches Museum
07.07.2019, Berlin, Deutsches Historisches Museum Berlin, Pei-Bau

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NFDI4Memory

NFDI für die historisch arbeitenden (Geistes-)Wissenschaften

Auf Beschluss der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz soll im Zuge der Einrichtung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) eine deutschlandweite, strategisch ausgerichtete und nachhaltig verfügbare Infrastruktur geschaffen werden. Zuständig ist die DFG, auf deren Homepage alle Informationen zusammengefasst sind.

Die Bündelung und Strukturierung bestehender Angebote verbunden mit der Entwicklung von Zukunftsperspektiven sollen Konsortien übernehmen, denen die einzelnen Fächer oder Fachgruppen zugeordnet werden. NFDI4MEMORY will ein solches Konsortium aus historisch arbeitenden Geisteswissenschaften an den Universitäten und außeruniversitären Instituten, den Gedächtnisinstitutionen Archiv, Museum und Bibliothek sowie Infrastruktur- und Forschungseinrichtungen wie Akademien und Rechenzentren bilden. Eine NFDI für historisch arbeitende Geisteswissenschaften muss nicht nur der großen Vielfalt und Heterogenität historischer Quellen, sondern auch der historischen Tiefe ihrer Genese und wissenschaftlichen Einordnung der Forschungsdaten gerecht werden. Sie muss auch den Austausch mit anderen Disziplinen und Konsortien gewährleisten und den interdisziplinären Dialog fördern. Gleichzeitig muss sie national koordiniert und international anschlussfähig sein.

Die Steuerungsgruppe des NFDI4Memory besteht aus den Vorsitzenden und Direktor*innen folgender Institutionen: Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, Herder-Institut Marburg, Georg-Eckert-Institut Braunschweig, FIZ Karlsruhe, BSB München, Landesarchiv Baden-Württemberg sowie KultSam.

Ziele des Konsortiums NFDI4Memory

Das Konsortium NDFI4Memory adressiert alle Disziplinen der historisch arbeitenden (Geistes-)Wissenschaften und verbindet sie systematisch mit den für die Arbeit dieser Disziplinen notwendigen kulturbewahrenden Institutionen (einschließlich der Informationswissenschaften). Es sichert die hohe wissenschaftliche und gesellschaftlich relevante historisch-kritische Funktion der Geisteswissenschaften.

  1. Verbindung des analogen und digitalen Wissensraumes und Entwicklung einer neuen digitalen Wissensordnung: Die digital bereitgestellten Ressourcen von (Gedächtnis-)Institutionen einschließlich der Erschließungstools analog und/oder digital verwahrter Forschungsdaten sollen mithilfe einer übergeordneten Struktur der Verknüpfung (u.a. Normdaten, kontrollierte Vokabulare, Linked Data) institutionen- und disziplinenübergreifend mit der Forschung in der Art vernetzt wer-den, dass eine innovative, aber explizite d.h. hinterfragbare und anschlussfähige digitale Wissens-ordnung generiert wird.
  2. Etablierung und Gewährleistung von Qualitätsstandards: Die systematische Verknüpfung von Forschungsdaten mit Quellen sowie Informationen zu Kontext, Nutzung, Rechten und Lizenzen ermöglicht eine prinzipielle Überprüfbarkeit von Forschungsdaten aller Art (Datenqualität), auf-bauend auf einem Forschungsdatenmanagement nach den FAIR-Prinzipien. Weiterhin soll die Etablierung eines eigenen Rezensionssystems für digitale Angebote die kritische Würdigung von digitalen Forschungsergebnissen durch die jeweiligen Fachcommunities gewährleisten. Die Entwicklung und Etablierung eines solchen Rezensionssystems wird von NFDI-weiter Relevanz sein.
  3. Sicherstellung von Standards, eines nachhaltigen Hostings und Entwicklung neuer digitaler Dienste: Das Konsortium leistet technische wie inhaltliche Beratung und Weiterbildung für Forschende sowie dauerhafte Gewährleistung der (Nach-)Nutzbarkeit ihrer Forschungsdaten, die im Zuge wissenschaftlicher Projekte oder Erschließungsarbeiten von historischen Text-, Bild- oder Sachquellen sowie digital-born Dokumenten entstehen, durch standardisiertes (semantisches) Framework und dezentrales Hosting. Das innovative Potential einer wissenschaftsgeleiteten interdisziplinären Verknüpfung von (geistes- wie naturwissenschaftlichen) Forschungsdaten muss durch die Entwicklung neuer Analysetools begleitet werden.
  4. Forschungsmotor und Karriereförderung: Ein dezentrales Netzwerk unterstützt, begleitet und sichert fachlich-methodische Innovationen der digitalen Analyse, aufbauend auf den Methoden der historischen Quellenkritik, die als digitale Quellenkritik neu entwickelt werden soll. Dabei müssen forschungsgestützt mediale, rechtliche und ethische Probleme adressiert werden, die auch auf hypertextuelle Strukturen und digital-born Quellen aller Art anwendbar sind. Eng verknüpft wird dies mit der Unterstützung von neuen Karrierewegen, best-practice-Beispielen der Kompetenzvermittlung im Bereich data literacy und der Beratung von Lehre und Anwendung/Transfer.

Die Ziele des NFDI4Memory sollen in enger Kooperation mit den Konsortien NFDI4Text+ und NFDI4Culture verfolgt werden.

Struktur des Konsortiums NFDI4Memory

  • Konsortialpartner
  • Geschäftsstelle mit Beratung- und Servicefunktion
  • Wissenschaftlicher Beirat

Partner des Konsortiums NFDI4Memory

  • Kulturbewahrende Institutionen: Archive – Bibliotheken – Sammlungen – Museen
  • Fachwissenschaft: Universitäten – Akademien – Außeruniversitäre Institute – Fachgesellschaften/Verbände/Vereine

Institutionen der Informationsinfrastruktur (Anbieter und Betreiber)

  • Rechenzentren – Akademien – Max Weber Stiftung – Außeruniversitäre Institute (ibs. der Leibniz-Gemeinschaft)