Mitteilungen aus dem Verband

Onlinepetition: Einführung Kernfach Geschichte als Leistungskurs in Sachsen-Anhalt

Der Landesschülerrat Sachsen-Anhalt sowie der Geschichtslehrerverband Sachsen-Anhalt haben eine...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Geschichtswettbewerb „Befreit! Und dann?“

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung und des Kriegsendes veranstaltet die Stiftung...

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Veranstaltungen

Prof. Dr. Marc Coester, Prof. Dr. Anna Daun, Dr. Florian Hartleb, Prof. Dr. Christoph Kopke, Prof. Dr. Vincenz Leuschner in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für öffentliche und private Sicherheit (FÖPS)
09.10.2020–10.10.2020, Berlin, Hochschule für Wirtschaft und Recht
Deadline: 31.01.2020

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53. Deutscher Historikertag 2020 an der LMU München

In der Zeit vom 8. bis 11. September 2020 findet der 53. Deutsche Historikertag an der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.

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Hier finden Sie den Call for Sessions (dt) / Call for Sessions (en).

Zu den Ausschreibungen der im Rahmen des Historikertages zu verleihenden Preise:

Carl-Erdmann-Preis

Hedwig-Hintze-Preis

Promovendenstipendien

Aufsatzpreis (dt) / Article Prize (en)

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Im Jahr 2020 feiern wir 125 Jahre Verbandsgeschichte. In München wurde sowohl der erste Historikertag 1893 als auch der erste Nachkriegshistorikertag 1949 begangen. Nun kehren wir vom 8. bis 11. September 2020 für das Jubiläum nach München zurück. Das Partnerland des 53. Historikertages ist Israel. Der Kongress steht unter dem Motto „Deutungskämpfe“.

Deutungskämpfe begleiten historische Entwicklungen und dynamisieren ihre gesellschaftliche Wahrnehmung, weil stets umkämpft ist, was in einer Gesellschaft als wahr, gerecht oder legitim gilt. Der Blick auf Ursachen oder Auswirkungen von Kriegen und Friedensschlüssen, Staatsgründungen oder Zerfall von Gemeinwesen, auf soziale, wirtschaftliche oder kulturelle Umwälzungen führten und führen zu Deutungskämpfen, die nicht selten durch aktuelle Problemlagen beeinflusst sind. So standen die harten Konflikte seit den 1960er Jahren über die Kriegsschuld im Ersten Weltkrieg unter dem Eindruck der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs. Über konkurrierende Deutungen der Vergangenheit wird nicht zuletzt die Zukunft verhandelt. Deutungskämpfe sind deshalb ein wichtiger Motor für eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die sowohl integrative als auch spaltende Kraft besitzen kann, wie sich beispielsweise am ambivalenten Umgang vieler ost(mittel)europäischer Staaten mit ihrer Geschichte zeigt.

Zeitgenössische Deutungskämpfe sind für Historikerinnen und Historiker wichtige Quellen für einander widersprechende oder sich gegenseitig befruchtende Ordnungsvorstellungen, Positionen und Wissenspraktiken. Die Geschichtswissenschaft kann Narrative und Diskurse, deren Entstehungen, Entwicklungen und Verflechtungen mit ihrem methodischen Instrumentarium offenlegen und damit ein tiefergehendes Verständnis für die Komplexität der Gegenwart und konkurrierende Perspektiven ermöglichen. Deutungskämpfe führen deshalb nicht zuletzt zur methodischen Reflexion der Grundlagen historischer Erkenntnis. Die Beschäftigung mit methodischen Zugängen ist heute angesichts sich dynamisch ändernder Rahmenbedingungen, etwa des beschleunigten medialen Wandels und der Einschränkung von Forschungsfreiheit zwingend erforderlich. Vielleicht ist die Auseinandersetzung mit Deutungskämpfen angesichts politisierter Angriffe auf wissenschaftliche Forschungsergebnisse heute notwendiger denn je, um politische und gesellschaftliche Denk- und Handlungszusammenhänge sichtbar zu machen.

Das Partnerland des 53. Deutschen Historikertages, Israel, steht so sehr wie wenige andere Länder im Zentrum existentieller historischer und politischer Deutungskämpfe. Israels vielschichtige Geschichte, seine bis weit in die Antike zurückreichende komplexe multiethnische Gesellschaft, seine besondere geopolitische Lage und seine Einbindung in die europäische und nahöstliche Kultur machen es zu einem Partnerland, das für alle Epochen zahllose Anknüpfungspunkte bietet. Hinzu kommen – gerade für die Geschichtswissenschaft – die besonderen deutsch-israelischen Beziehungen, die sich nicht zuletzt auch aus der deutschen Verantwortung für den Holocaust ergeben. Die Frage nach der Verantwortung stellt sich besonders in München, wo der Aufstieg Hitlers begann. Wenngleich die jüdische Kultur durch den Nationalsozialismus zunächst fast vollständig zum Erliegen kam, existiert in München heute eine der größten jüdischen Gemeinden Deutschlands.

Prof. Dr. Martin Zimmermann, Sprecher
Dr. Denise Reitzenstein, Geschäftsführerin

Foto: Astrid Eckert