Mitteilungen aus dem Verband

Historische Forschung und Aufarbeitung soll behindert werden – VHD verurteilt das Gerichtsurteil gegen den russischen Historiker Jurij Dmitrijew

Der langwierige Prozess gegen den russischen Historiker Jurij Dmitrijew vor dem Stadtgericht von...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Calls for Participation: Befragungen zum digitalen Sommersemester 2020

1. ExpertInnenbefragung Digitales Sommersemester (EDiS), HIS-Institut für...

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Veranstaltungen

"Pilgerspuren im Norden"
Gemeinschaftsprojekt der Museen Stade und Lüneburg mit den Schwerpunkten Forschung, Ausstellung, Tourismus
28.07.2020–14.02.2021, Lüneburg und Stade, Museum Lüneburg (bis 1.11.), Museen Stade (ab 3.10.)

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LIEBE MITGLIEDER DES VERBANDES,

zu den sich wandelnden Rahmenbedingungen von Forschung und Lehre gehören nicht zuletzt die Reformwellen der letzten Jahre, verbunden mit Evaluationen, der Erhebung von Kennzahlen oder Anreizprogrammen wie der Exzellenzinitiative, neuerdings Exzellenzstrategie. Die darauf basierenden Rankings und Kennzahlen sind zunehmend zu einem Steuerungsinstrument von Wissenschaftspolitik und Universitätsleitungen geworden. Kennzahlen und Ratings folgen der quantifizierenden Logik »je mehr, desto besser« – mehr Drittmittel, mehr Publikationen, mehr Studienanfänger, mehr Promovierende, wobei sich die zugrunde liegenden Zielvorstellungen durchaus widersprechen. Das Fach hat sich den gewandelten Rahmenbedingungen lange Zeit vor allem angepasst. Jetzt ist vielleicht der Moment gekommen, die vergangenen Entwicklungen kritisch zu reflektieren und aktiv aus der Sicht des Fachs die Voraussetzungen für gute Forschung und Lehre in den Diskurs einzubringen.

Diese Ausgabe des VHD Journals fokussiert die jüngeren Entwicklungen des Wissenschaftssystems und die Rolle der Geschichtswissenschaft darin. In ihren Konsequenzen lassen sie sich auf die Frage zuspitzen: Ist die Geschichtswissenschaft unter den aktuellen strukturellen Rahmenbedingungen noch funktional oder haben wir uns unbemerkt in einen »rasenden Stillstand« gearbeitet, der uns den notwendigen Spielraum nimmt, auf die großen Herausforderungen der Gegenwart zu reagieren? Susanne Rau und Gerd Schwerhoff gehen in ihren Beiträgen dieser Frage nach. Wolfgang Schwentker und Christina von Hodenberg geben Einblicke in den Wandel des japanischen und des britischen Wissenschaftssystems.

Derweil wirft der 53. Deutsche Historikertag 2020 in München schon jetzt seine Schatten voraus. Daher ist der Rückblick auf den vergangenen Historikertag in Münster mit einem Ausblick auf München verbunden, wo wir im kommenden Jahr ein Jubiläum begehen werden: 2020 feiern wir 125 Jahre Verbandsgeschichte. In München wurde sowohl der erste Historikertag 1893 als auch der erste Nachkriegshistorikertag 1949 begangen. Nun kehren wir vom 8. bis 11. September 2020 für das Jubiläum nach München zurück. Das Partnerland des 53. Historikertages ist Israel. Der Kongress steht unter dem Motto »Deutungskämpfe«.

Lesen Sie außerdem eine Bestandsaufnahme der Geschichtswissenschaft an irakischen Universitäten, einen Ausblick auf das nächste Treffen des internationalen Historikerverbandes im polnischen Poznań 2020 sowie einen Bericht über die Podiumsdiskussion »Zukunft des Schulfachs Geschichte« vom Oktober 2018. Das große Engagement des Verbandes der Geschichtslehrer (VGD) und des VHD hat sich ausgezahlt: Die Landesregierung NRW hat eine Erhöhung der Mindeststundenzahl des Faches Geschichte auf acht Unterrichtsstunden beschlossen! Herzlichen Dank an alle Beteiligten, auch diejenigen, die die Petition unterschrieben haben. Es lohnt sich, über und für die wichtigen Fragen und Herausforderungen unseres Faches zu streiten.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihre Eva Schlotheuber
Vorsitzende des VHD

VHD Journal 2019