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53. Deutscher Historikertag: Call for Sessions und Preisausschreibungen

Vom 8. bis 11. September 2020 findet der 53. Deutsche Historikertag an der LMU München unter dem...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Job: Wissenschaftliche Mitarbeiter (m/w/d), "Historisch-philologischer Kommentar zur Chronik des Johannes Malalas"

Heidelberger Akademie der WissenschaftenAkademie des Landes Baden-Württemberg- Körperschaft des...

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Veranstaltungen

Historical Fictions Reasearch Network
21.02.2020–22.02.2020, Universität Salzburg
Deadline: 01.09.2019

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12.04.2019 14:01

Nachruf auf Axel Schildt

Am 5. April 2019 verstarb Prof. Dr. Axel Schildt nach kurzer schwerer Krankheit. Er hinterlässt menschlich wie wissenschaftlich eine schmerzhafte Lücke. Der Verband der Historiker und Historikerinnen gedenkt ihm als ein sehr aktives, langjähriges Mitglied und herausragenden Kollegen.

Im Verband gehörte er von 2004 bis 2008 dem Vorstand als Schriftführer an. Er war maßgeblich daran beteiligt, den Verband zu professionalisieren und förderte den Aufbau einer Geschäftsstelle. Auch das Verbandsarchiv wäre ohne Axel Schildts Einsatz im Reißwolf des inzwischen geschlossenen MPI für Geschichte verschwunden. Wer mit Axel Schildt arbeiten durfte, erinnert ihn als einen ausgleichenden und immer nach einer guten Lösung suchenden Menschen, der den persönlichen Einsatz und Hilfe nie scheute. Er besaß wie nur wenige die Gabe, Gruppen und Gremien mit Humor und Professionalität zu guten Entscheidungen zu führen und zu vermitteln. Auch nach seinem Vorstandsamt hat er den Verband im folgenden Jahrzehnt tatkräftig weiter unterstützt und kurzfristige Anfragen mit der ihm innewohnenden Ruhe angenommen und zahllose Gutachten mit seiner exzellenten fachlichen Expertise verfasst. Auch die Mitgliederversammlungen werden ohne seine vermittelnden und zugleich pointierten Zwischenrufe ärmer sein. Darüber hinaus wirkte er unprätentiös in vielen wichtigen Ämtern in unserem Fach – auch im Fachkollegium der DFG.

Schildts Professur an der Universität Hamburg war mit der Leitung der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg verbunden, als deren Direktor er von 2002 bis 2017 amtierte. Hier erschuf er großartige Arbeitsbedingungen für Forscherinnen und Forscher jeder Qualifikationsstufe und einen Ort des kollegialen Miteinanders. Dort entstanden grundlegende Werke zur Geschichte der Bundesrepublik, die neue Perspektiven auf deren Sozial- und Kulturgeschichte eröffneten. Bis zu seinem Lebensende schrieb er an einer fast fertiggestellten bundesdeutschen Intellektuellengeschichte. Die Produktivität mit der Axel Schildt Wissenschaftsorganisation und Forschung betrieb war beispielgebend, denn bei all seiner Arbeit hatte er immer ein offenes Ohr.

Die Zunft, als die er die Geschichtswissenschaft immer verstanden wissen wollte, verliert mit ihm einen herausragenden Historiker.

Vorstand und Geschäftsführung des VHD, 12. April 2019