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12.04.2011 16:28

Preis für jüngst Habilitierte heißt nun Carl-Erdmann-Preis

Der VHD benennt seinen höchstdotierten Nachwuchspreis nach einem Historiker, der für einen besonderen Lebens- und Berufsweg steht: Mit dem Namen Carl Erdmanns verbinden sich höchste fachliche Ansprüche, persönliche Integrität und menschlicher Anstand. Wie wenige andere Historiker seiner Zeit trat Erdmann während des Nationalsozialismus unnachgiebig und ohne Rücksicht auf seine weitere akademische Karriere für die Freiheit und Unabhängigkeit der Geschichtswissenschaft ein.

Carl Erdmann (1898-1945) gilt als einer der wichtigsten Mediävisten des 20. Jahrhunderts. Seine Habilitationsschrift „Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens“ stellt immer noch das grundlegende Standardwerk zu diesem Thema dar.

Die nationalsozialistische Ideologie und Geschichtsauffassung lehnte Carl Erdmann couragiert und unverhohlen ab. Deshalb blieb ihm der wichtigste und aus wissenschaftlicher Sicht nahezu zwangsläufige Schritt in seiner Karriere verwehrt – die Ernennung zum Ordinarius und die Übernahme eines Lehrstuhls in Frankfurt am Main. Da eine Emigration ins Ausland für Erdmann keinen Ausweg darstellte, verlor er 1936 seinen Lehrauftrag, konnte jedoch seine Tätigkeit in den Monumenta Germaniae Historica fortsetzen. Seine in dieser Zeit vorgelegten Editionen und quellenkritischen Arbeiten verbanden wichtige geschichtswissenschaftliche Grundlagenforschung mit zukunftsweisenden Fragestellungen. 1943 wurde Carl Erdmann zur Wehrmacht einberufen. Er verstarb 1945 an Fleckfieber in Zagreb.  

 

Grundlage der Entscheidung des VHD waren von Mitgliedern eingesandte Vorschläge.

 

Der Carl-Erdmann-Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen des Deutschen Historikertages für zwei herausragende Habilitationsschriften auf dem gesamten Gebiet der Geschichtswissenschaft vergeben. Er ist mit je 6.000€ dotiert.