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Titel: 
Dr.

Nachname: 
Gerdes

Vorname: 
Aibe-Marlene

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Den Krieg sammeln. Die Weltkriegssammlung "Kriegspoesie" im Deutschen Volksliedarchiv zwischen Alltagsdokumentation und Memorialfunktion.

Epoche: 
  • Neuere und Neueste Geschichte

Sachgebiet: 
  • Europaeische Geschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Während des Ersten Weltkrieges wurden in Deutschland über 250 Weltkriegssammlungen von öffentlichen Institutionen und Privatpersonen angelegt: Das Sammeln von Kriegsandenken, Notgeld, Waffen und ganz besonders der „Papierflut“ der Kriegsdrucksachen wurde zu einem gesellschaftlichen Massenphänomen, welches jedoch nach 1921 weitgehend in Vergessenheit geriet. Ausgehend von der Sammlung Kriegspoesie im Deutschen Volksliedarchiv untersucht die Dissertation das Sammeln als kulturelle Praxis und essentiellen Ausdruck des Zeitgeistes 1914-1918. Dazu wird sowohl das Sammeln per se als auch der Sammelgegenstand genauer betrachtet. Die Intention der Initiatoren der zahlreichen deutschen Weltkriegssammlungen, ihre Sammeltätigkeit und -praxis sowie die Kommunikation der Sammlungen untereinander, wie etwa im Verband Deutscher Kriegssammler, werden ausgehend von zeitgenössischen Äußerungen analysiert. Auch die Wissenschaft beteiligte sich rege an der Dokumentation der Kriegserscheinungen. Der Verband deutscher Vereine für Volkskunde und mit ihm das neu gegründete Deutsche Volksliedarchiv legten etliche Sammlungen zur sogenannten Soldatischen Volkskunde an. Eine von ihnen ist die Sammlung Kriegspoesie. Sie besteht aus über 14.000 Einzelbelegen von in Zeitungen erschienener Kriegslyrik, die zwischen 1914 und 1918 mit Hilfe eines Nachrichtenbüros systematisch vom Volksliedarchiv gesammelt wurde. Damit bietet sie die interessante Kombination aus der zeittypischen Sammelbewegung und der Massenware Lyrik, welche während des Krieges schichtübergreifend als Mittel der emotionalen Verarbeitung der Kriegserlebnisse genutzt wurde. Diese Massenquelle wirft freilich die Frage auf, welche Wahrnehmungsmuster des Kriegsalltags die Lyrik – als Exempel für die „papierne Flut“ in den Sammlungen – im Spannungsfeld zwischen Propaganda und Zensur widerspiegelte und was daran als sammelnswert empfunden wurde. Nicht zuletzt wird ein Blick auf die Aufarbeitung und das Schicksal der Weltkriegssammlungen nach 1918 geworfen: Wieso gerieten diese umfangreichen zeitgeschichtlichen Dokumentationen derart aus dem Bewusstsein?

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Sylvia Paletschek

Universität: 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Eintragsdatum: 
17.06.2011

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2016

Bemerkung: 
Das Dissertationsprojekt findet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Volksliedarchiv Freiburg i.Br. - Institut für internationale Popularliedforschung statt. Die Dissertation ist abgeschlossen und veröffentlicht unter dem Titel: Dr. Aibe-Marlene Gerdes: Ein Abbild der gewaltigen Ereignisse. Die Kriegssammlungen zum Ersten Weltkrieg (2016)


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