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Titel: 

Nachname: 
Geisenhof

Vorname: 
Heiko

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

"Rich men's sport?" - Finanzierungsstrategien von Abgeordneten im Deutschen Kaiserreich und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland während des späten 19. Jahrhunderts

Epoche: 
  • Neuere und Neueste Geschichte

Sachgebiet: 
  • Landes- und Regionalgeschichte
  • Politische Geschichte
  • Sozialgeschichte
  • Wirtschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Ziel des Promotionsprojekts ist die vergleichende Untersuchung und Aufarbeitung der Finanzierungsstrategien britischer wie deutscher Abgeordneter zwischen 1885 und 1911 bzw. 1871 und 1906. Vor dem Hintergrund der herrschenden Diätenlosigkeit (bis 1911 bzw. 1906) geht es darum, die Strukturen der Finanzierung sowie die auf diesen Strukturen basierenden Abhängigkeiten mit den daraus resultierenden Effekten für das (Selbst-)Bild der Abgeordneten erkennbar zu machen. Als Ausgangspunkt der Untersuchung dient dabei die Feststellung, dass der „Honoratior“, der begüterte Abgeordnete als repräsentativ für die Mitglieder des Reichstags und besonders für die „Members of the House of Commons“ gilt. Treffend beschreibt Bruce Coleman dies mit Blick auf die britischen Tories: „Parliamentary politics were rich men’s sport.“ Dennoch war die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts geprägt durch den Aufstieg von per se weniger wohlhabenden, nach der Definition Max Webers von der (und nicht mehr nur für die) Politik lebenden „Berufspolitikern“. Beide, die mittellosen wie die wohlhabenden, zeichnen sich durch jeweils eigene Finanzierungsstrategien aus, welche die erfolgreiche Wahrnehmung ihres Mandats ermöglichen. Die Erschließung dieser Strategien erfolgt durch Selbstzeugnisse, Nachlässe, Parlamentaria, Partei- und Justizakten, sowie sonstige staatliche oder private Quellen für bis zu jeweils fünfzig Abgeordnete. Dieses breite Spektrum aller nachweisbaren Finanzierungsstrategien ist sodann nach der „Nähe“ des einzelnen zu seinen Einnahmequellen zu ordnen. Mit der Betrachtung der Geldgeber und ihrer Motive wird in Folge ein Wechsel der Perspektive vollzogen, durch den auch die Frage nach strukturellen Abhängigkeiten in den Vordergrund rückt. Schließlich werden die einzelnen britischen wie deutschen Finanzierungsstrategien und -wege nicht nur auf ihre (unterschiedlichen) Auswirkungen hin bewertet, sondern auch die verschiedenen Abgeordneten(selbst)bilder durch den Vergleich beider politischer Systeme erar beitet. Grundlegende These ist, dass die Mehrheit der bisher in ihrer sozialen wie ökonomischen Bedingtheit kaum untersuchten Abgeordneten nicht nur durch Besitz ihren Lebensunterhalt bestritten, sondern sich vielmehr dank verschiedenster Abhängigkeiten finanzieren konnten.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Andreas Rödder

Universität: 
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Eintragsdatum: 
18.01.2011

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2013

Bemerkung: 


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