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Titel: 

Nachname: 
Roelens-Flouneau

Vorname: 
Hélène

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Circuler dans l’Asie Mineure cistaurique du IVe s. av. n. è. au Principat (Verkehrswesen im westlichen Kleinasien vom 4. Jh. v. Chr. bis ins frühe Prinzipat)

Epoche: 
  • Alte Geschichte

Sachgebiet: 
  • Wirtschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Das Dissertationsvorhaben, das im Rahmen eines „Cotutelle“-Vertrags mit der Universität Paris-Nanterre bearbeitet wird, zielt auf die Untersuchung der Verkehrswege in Kleinasien von der spätklassischen Zeit bis zum Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr. Dabei handelt es sich nicht nur um Straßen und Wege, sondern auch um Flüsse und andere Wasserstraßen. Zunächst wird es darum gehen, die einschlägigen griechischen Begriffe zu analysieren und ihnen, soweit möglich, archäologische Befunde gegenüberzustellen. Dabei wird der Bau griechischer Straßen und der zugehörigen Infrastruktur wie Brücken, Wegmarkierungen oder Brunnen diskutiert. Die Schiffbarkeit der verschiedenen Wasserläufe und die verschiedenen Möglichkeiten, sie zu überqueren – z. B. mit Fähren, über Brücken, durch Furten usw. –werden diskutiert. Ein zweiter Teil wird sich mit der Organisation des Verkehrswesens in Kleinasien befassen. Dabei sind die Struktur und das Funktionieren des Straßennetzes in hellenistischer Zeit zu analysieren, ebenso die Bedeutung der Fluss- und Küstenschifffahrt und ihre Verbindung mit dem Straßennetz. Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Status und rechtliche Aspekte der Straßen, die den verschiedenen Herrschaftsinstanzen die Beherrschung des Territoriums ermöglichten und durch Zölle Einkommensquellen eröffneten. Ein anderer Aspekt liegt in den Reisebedingungen der verschiedenen Kategorien von Reisenden – Gesandte, Theoren, Amtsträger, Pilger, Künstler, Handwerker, Soldaten… Insbesondere für Händler war die Frage des Gütertransports sehr wichtig. Dabei wird auch die Frage des Reisegepäcks und der Behältnisse für flüssige Güter wie Amphoren, oder Schläuche diskutiert. Der dritte Teil wird sich religiösen Aspekten der Straßen widmen. Hierbei werden die verschiedenen Reise-, Kreuzungs- und Wegegötter untersucht. Schließlich werden die Einzelergebnisse zusammengeführt und für weitere kulturgeschichtliche Perspektiven ausgewertet. Dabei werden die Raumvorstellungen behandelt, besonders die Markierung von Räumen und ihre Territorialisierung durch Wege und Straßen. Abschließend sollen allgemeine Fragen der Organisation der antiken Welt aufgegriffen werden, insbesondere ob sie in verschiedene regionale Mächten zersplittert war, oder ob das hellenistische Kleinasien im Gegenteil als eng vernetzter, „globalisierter“ Raum gelten kann.

Betreuer/in: 
PD Dr. Christof Schuler

Universität: 
Ludwig-Maximilians-Universität München

Eintragsdatum: 
04.01.2011

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2013

Bemerkung: 


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