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Titel: 
MSc

Nachname: 
Algermissen

Vorname: 
Joachim

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Beiträge für ein stabiles Deutschland und dynamisches Europa. Die jüngere europäische Wirtschaftsgeschichte im Lichte der Biographie und des Wirkens von Hans Tietmeyer

Epoche: 
  • Zeitgeschichte

Sachgebiet: 
  • Wirtschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Das Projekt beschäftigt sich mit der Verfassung einer Biografie über Hans Tietmeyer. Tietmeyer hat insbesondere in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren an zahlreichen wirtschafts- und währungspoli-tischen Entscheidungen mitgearbeitet, die die deutsche und europäische Wirtschafts- und Währungs-entwicklung geprägt haben. Ob es um die Gründung des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Situation (1963), um die Ausarbeitung der Werner-Gruppe für eine europäi-sche Wirtschafts- und Währungsunion (1970), um das sogenannte Lambsdorff-Papier, dem entschei-denden Wendepapier in der deutschen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik (1982) oder um die Ein-führung der europäischen Einheitswährung (1999) ging – Tietmeyer lieferte nicht nur wiederholt maß-geblich Gedanken und Konzepte, sondern wirkte auch entscheidend an ihrer Umsetzung mit. Basierend auf seinen zahlreichen Erfahrungen zählt Tietmeyer zu einem besonderen Experten-kreis der deutschen und europäischen Wirtschafts- und Währungsgeschichte. Bei der Deutschen Ein-heit und dem europäischen Integrationsprozess hatte er erheblichen Einfluss. In den Jahren 1982 bis 1989 war er als Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen tätig und sorgte gemeinsam mit Finanzminister Stoltenberg für die marktwirtschaftliche Erneuerung in der Bundesrepublik Deutsch-land. Er war in diesem Zuge maßgeblich an der fiskalpolitischen Konsolidierung sowie an der Privati-sierungspolitik beteiligt, die letztlich den finanziellen und ökonomischen Grundstein für die Deutsche Einheit legte. Während dieser Zeit bereitete er darüber hinaus im Auftrag von Bundeskanzler Kohl die Weltwirtschaftsgipfel vor und fungierte für ihn als ökonomischer Berater. Im Jahr 1993 wurde Tiet-meyer zum Präsidenten der Deutschen Bundesbank berufen und war in hohem Maße an der Einfüh-rung der europäischen Währungsunion beteiligt, wie z. B. bei der Ausarbeitung des Maastricht-Vertrages, den er hinsichtlich der Kontrolle der nationalen Finanzpolitiken von Anfang an als nicht ausreichend bewertete. Die Dissertation verfolgt das Ziel einer objektiven und detaillierten Darstellung seiner Person sowie einer kritischen Analyse seines Handelns als Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung im Bundesministerium für Wirtschaft, als Staatsekretär im Bundesministerium für Finanzen, als Berater von Helmut Kohl und als Präsident der Deutschen Bundesbank. Dabei sollen vor allem neue Erkennt-nisse über die 1970er, 1980er und 1990er Jahren generiert werden. Zwei Bereiche stehen dabei im Fokus. Einerseits die historischen Entwicklungen der deutschen Wirtschaftspolitik, die Tietmeyer nicht nur theoretisch bis 1989 ausarbeitete, sondern auch praktisch mitgestaltete. Andererseits geht es um die europäische Währungspolitik, die Tietmeyer insbesondere ab 1989 stark beeinflusste und ihn somit zu einem der deutschen Väter des Euros machte.

Betreuer/in: 
Prof. Mag. Dr. Michael Gehler

Universität: 
Universität Hildesheim

Eintragsdatum: 
02.09.2015

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2017

Bemerkung: 
Keywords: Tietmeyer, Biografieforschung, Werner-Gruppe, Lambsdorff-Papier, marktwirtschaftliche Er-neuerung, wirtschaftspolitische Wende, fiskalpolitische Konsolidierung, Privatisierungspolitik, Bundesbankpräsident, Wirtschaftsgeschichte, Währungsgeschichte, Europäische Integrationsgeschichte, europäische Einheitswährung, Währungsunion, Interdisziplinarität


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