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Titel: 

Nachname: 
Knäpper

Vorname: 
Katharina

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

„ἱερὸς καὶ ἄσυλος“ – Zu den Funktionen hellenistischer Asylieverleihungen [Arbeitstitel]

Epoche: 
  • Alte Geschichte

Sachgebiet: 
  • Europaeische Geschichte
  • Geschichtsmethodik und -theorie
  • Politische Geschichte
  • Rechtsgeschichte
  • Religionsgeschichte
  • Sozialgeschichte
  • Stadtgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

In hellenistischer Zeit wird das heterogene Feld antiker Asylievorstellungen um ein neues Phänomen bereichert – die ‚territoriale Asylie’. Im Rahmen meines Dissertationsprojektes werden die epigraphisch bezeugten Asylieurkunden des 3. und 2. Jh.s v.Chr. in den Mittelpunkt gerückt und im Hinblick auf ihre politischen Funktionen systematisch untersucht. Diese politische Ebene des unverkennbar auch im religiösen Bereich verwurzelten Phänomens hellenistischer Asylieverleihungen wird in der Forschung derzeit kontrovers diskutiert. Daher sollen die Motive und Funktionsweisen der ‚territorialen Asylie’ in hellenistischer Zeit auf breiterer Basis als bisher, auch unter Einbezug diachroner Veränderungen sowie regionaler Besonderheiten, durchleuchtet werden. Ziel der Arbeit ist somit, die Asylieurkunden zu kontextualisieren, also die in der jeweiligen historischen Situation verorteten Gründe für die Bitte um Verleihung der Asylie seitens der entsprechenden Poleis und Heiligtümer zu untersuchen. Dabei fällt die religiöse Argumentationsstruktur im Quellenmaterial gewiss ins Gewicht, bedenkenswert ist aber auch, dass die Poleis zur Unterstreichung ihres Anspruchs auf Asylie durchaus auch diplomatisches Agieren ins Feld führen konnten. Neben den Aussagen der Asylieurkunden muss die konkrete historische Situation, wie sie sich aus der gesamten Breite der Quellen erschließt, betrachtet werden, um Ursachen und auch Wirkungen der jeweiligen Asylieverleihungen erkennen zu können. In Bezug auf die Konsequenzen der Asylieverleihungen ist vor allem systematisch zu untersuchen, ob und inwiefern in späteren Zeugnissen mit der gewährten Asylie argumentiert wird. Darüber hinaus ist auch die Frage nach den Gründen für die Gewährung der Asylie seitens der hellenistischen Könige, Poleis und Bünde zu stellen. Dabei ist besonders zu prüfen, in welchen Punkten sich die Absichten der Monarchen und der abhängigen sowie selbstständigen Staaten unterscheiden und ähneln. In der bisherigen Diskussion ist für die Motivation der Asylieverleiher vor allem die Instrumentalisierung der Asylie durch hellenistische Herrscher gesehen worden, doch es ist gerade die Vielfalt der als Verleiher auftretenden staatlichen Organisationsformen, die neue Ergebnisse verspricht. Ob Poleis und Bünde der Bitte um Asyliegewährung aus eigenem Antrieb oder auf Bitten eines Königs nachkamen und welche Abstufungen es dazwischen gab, ist im Spannungsgefüge der sich immer wieder neuformierenden Machtverhältnisse der konfliktreichen hellenistischen Zeit aussagekräftig für den Status der jeweiligen staatlichen Gebilde.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Peter Funke

Universität: 
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Eintragsdatum: 
09.02.2011

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2014

Bemerkung: 
Graduiertenschule im Exzellenzcluster 'Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und Moderne'


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