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Titel: 

Nachname: 
Fahnenbruck

Vorname: 
Nele Maya

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

„… reitet für Deutschland“: Pferdesport im Nationalsozialismus – zwischen Anpassung, Gleichschaltung und Funktionalisierung

Epoche: 
  • Zeitgeschichte

Sachgebiet: 
  • Politische Geschichte
  • Sozialgeschichte
  • Wirtschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Eine gesellschaftshistorische Analyse des Pferdesports im Kontext der zeithistorisch-politischen Wandlungen, vor allem durch das NS-System, steht noch aus. Meine Arbeit soll diese Forschungslücke schließen. Gegenstand der Analyse bilden die (Pferdesport treibenden) Akteure und ihr soziales Feld (und damit ihr „Netz von Relationen“ im Sinne Bourdieus), die Reit- und Rennvereine und -verbände, darüber hinaus Pferdesportveranstaltungen und (NS-)Organisationen. In Fallstudien werden, sowohl für die Zeit vor 1933 als auch danach, soziale und politische Verflechtungen von Personen, Verbänden und (NS-)Organisationen analysiert. Davon ausgehend, dass Inhaber von Machtrollen nicht gesellschaftlich isoliert, sondern immer untereinander „verflochten“ vorkommen, kann so die Struktur der innerstädtischen Pferdesport treibenden, meist bürgerlich-elitären Gesellschaft in der Zeit von ca. 1850 bis 1933 am Beispiel Hamburgs dargestellt und soziale bzw. politische Verflechtungen herausgearbeitet werden. Inwiefern nach 1933 diese Strukturen und Beziehungen fortdauerten und Verflechtungen zwischen Pferdesportlern und Nationalsozialisten bestanden, kann mit Hilfe eines (bisher nicht existierenden) Gesamtüberblickes des Pferdesports im Nationalsozialismus beantwortet werden. Hier rücken die staatlichen und nichtstaatlichen Pferdsportorganisationen (Reiter-SS, Reiter-SA, Nationalsozialistisches Reiterkorps, Reiter der Wehrmacht/Kavallerie etc.) in den Forschungsmittelpunkt. Daneben sind insbesondere die (zivilen) ländlichen Reitvereine relevant: Sie bestanden auch nach 1933 fort. SA und SS standen in dauerhafter Konkurrenz um ihre Mitglieder; jedoch wurden – entgegen dem bisherigen Forschungsstand – die Vereine nicht in Gänze einer NS-Organisation zugeordnet und damit auch nicht geschlossen in SA- oder SS-Formationen überführt. Erkenntnisleitende Fragestellungen, beispielsweise welche/ob Veränderungen für die Reit- und Pferdesportvereine im Zuge von 1933 eintraten, wie sich die personellen Strukturen darstellten und wie die nationalsozialistischen Vorstellungen von Pferdesport generell aussahen, werden hier strukturanalytisch zu beantworten versucht, sie geben Auskunft über Zusammenhänge, Kontinuitäten und Brüche auch über 1945 hinaus. Damit soll nicht zuletzt ein Stück zur Beantwortung der Frage beigetragen werden, weshalb die SS-Reiter – ab September 1939 maßgeblich an den Verbrechen der SS in den besetzten Ostgebieten beteiligt – bei den Nürnberger Prozessen als Organisation unberücksichtigt blieb

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Franklin Kopitzsch

Universität: 
Universität Hamburg

Eintragsdatum: 
22.12.2011

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
1970

Bemerkung: 


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