Mitteilungen aus dem Verband

VHD unterstützt "Initiative Geistes- und Sozialwissenschaften"

In Bayern steht aktuell eine tiefgreifende Reform des Bayerischen Hochschulgesetzes bevor, die für...

RSS |  Weitere Mitteilungen »

Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Georg Arnhold Senior Fellowships „Bildung für Nachhaltigen Frieden“ 2022 (GEI Braunschweig)

Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für internationale Schulbuchforschung (GEI) gibt die...

RSS |  Weitere Neuigkeiten »

Titel: 

Nachname: 
Ahrens

Vorname: 
Rüdiger

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Jugendbewegung und Nationalismus in der Weimarer Republik

Epoche: 
  • Zeitgeschichte

Sachgebiet: 
  • Europaeische Geschichte
  • Ideengeschichte
  • Kulturgeschichte
  • Sozialgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Über die Jugendbewegung ist viel geschrieben und wenig geforscht worden. Insbesondere die „bündische Jugend“ der Weimarer Zeit ist in den letzten fünfzig Jahren weitaus häufiger Gegenstand pointierter Essays als quellennaher und methodisch reflektierter Studien geworden. Dies erstaunt umso mehr angesichts der prägenden Kraft, die der bündischen Sozialisation vielfach zugerechnet wird, und angesichts des gesellschaftlichen Einflusses, den die hier geformten Angehörigen der Frontkämpfer- und der Kriegsjugendgeneration des Ersten Weltkrieges im Laufe des 20. Jahrhunderts entfalten konnten. Ausgangspunkt dieser neuen Geschichte der bündischen Jugend ist die Hypothese, dass die Jugendbewegung der Weimarer Zeit einem größeren nationalistischen Feld zugeordnet werden kann. Zur Überprüfung und Analyse dieser Konstellation und ihrer Auswirkungen werden drei Aspekte mit ihren Wechselwirkungen in den Blick genommen, nämlich erstens die organisatorischen Beziehungen der Bünde untereinander und zu den maßgeblichen Gruppierungen des Weimarer Rechtsextremismus, zweitens die ideologische Ausrichtung der Bünde, vor allem mit Blick auf ihre nationalistische und soldatische Orientierung sowie auf ihre Idealvorstellungen vom bündischen und deutschen Menschen, und drittens Momente der Praxis wie Fahrt und Lager, Wehrsport und Arbeitsdienst, kulturelle und musische Tätigkeiten. Unter diesen Gesichtspunkten werden die großen Bünde vertieft betrachtet, einflussreiche kleinere Gruppen und repräsentative Einzelpersonen kommen ergänzend hinzu. Ziel der Studie ist ein genaueres Bild der bündischen Jugend und ihrer mentalitäts- und habitusformierenden Kräfte. Damit weisen die zu erwartenden Erkenntnisse in zweifacher Hinsicht über den Gegenstand hinaus: In synchroner Perspektive sind Rückschlüsse auf das nationalistische Feld zu erwarten, dessen Beitrag zur Erosion der Republik und zur Durchsetzung der nationalsozialistischen Herrschaft so in den Blick kommt. In diachroner Sicht wird das Verhalten ehemaliger Bündischer auch nach 1933 und 1945, das mit durch die habituelle und mentale Prägung in der Jugendbewegung motiviert war, besser verständlich.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Ulrich Herbert

Universität: 
Universität Freiburg

Eintragsdatum: 
03.02.2012

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2014

Bemerkung: 


zurück zur Suche