Mitteilungen aus dem Verband

VHD spricht sich gegen polnisches Gesetz zu NS-Verbrechen aus

Der VHD gab am 20.02.2018 folgende Pressemitteilung heraus: VHD spricht sich gegen polnisches...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Stipendium: Forschungsstipendien für Doktoranden und Postdocs des DAAD

Visiting Junior Researchers am BMW Center for German and European Studies an der Georgetown...

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Veranstaltungen

Universität Potsdam, Lehrstuhl Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt
30.07.2018–03.08.2018, Potsdam

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Titel: 

Nachname: 
Schulz

Vorname: 
Daniela

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Die Epitome Guelferbytana der Handschrift Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, Cod. Guelf. 97 Weiss. – Erschließung und digitale Edition (Arbeitstitel)

Epoche: 
  • Mittelalter

Sachgebiet: 
  • Digital Humanities
  • Mediengeschichte
  • Medientheorie
  • Rechtsgeschichte
  • Wissenschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Die Dissertation beschäftigt sich mit der sog. Epitome Guelferbytana, einer stark verkürzenden Bearbeitung des westgotischen Römerrechtes (Lex Romana Visigothorum oder Breviarium Alarici), die in der Wolfenbütteler Handschrift 97 Weiss. unikal überliefert ist. Ziel ist es, die Kurzfassung unter Einbeziehung ihres Überlieferungskontextes erstmals wissenschaftlich zu erschließen, grundlegend zu erforschen und in Form einer digitalen Edition adäquat aufzubereiten. Das Dissertationsprojekt ist an der Schnittstelle von historischer Mediävistik, Rechtsgeschichte und Digital Humanities angesiedelt. Für den Bereich der Frühmittelalterforschung soll damit ein aktiver Beitrag zur Aufarbeitung der Rezeption und Überlieferung des römischen Rechtes im fränkischen Reich geleistet werden. Bisherige Forschungen haben die Rolle des römischen Rechtes für die damalige juristische Wissenskultur zu gering geschätzt und sind generell von einem niedrigen Stand des Schriftrechtes für diese Zeit ausgegangen. Die Epitome Guelferbytana, deren einziger Textzeuge allgemein in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts datiert wird, ist ein lebendiges Zeugnis der aktiven Auseinandersetzung mit dieser Rechtstradition. Gegenüber anderen Fassungen des Breviars zeichnet sich die Wolfenbütteler Epitome durch ihre extreme Kürze aus, so dass der Text für sich genommen an vielen Stellen unverständlich bleibt. Einzigartig ist ihr elaboriertes Verweissystem, mit dem auf Parallelstellen z.B. in den Codices Theodosianus, Gregorianus oder Hermogenianus referenziert wird. Gustav Hänel, der Herausgeber der immer noch maßgeblichen Ausgabe des Breviars, hat aus diesen Gründen für die Wolfenbütteler Epitome keinen Lesetext geboten, so dass deren Edition ein Desiderat der Forschung darstellt. Diese Lücke soll mit der Dissertation geschlossen werden. Gerade durch das skizzierte Verweissystem erscheint die Epitome auch in Bezug auf editionstheoretische und methodische Überlegungen als eine einzigartige Fallstudie, da zur umfassenden Erschließung nicht nur der eigentliche Text transkribiert, sondern auch die referenzierten Textstellen identifiziert und in die Edition einbezogen werden müssen, um ihn verständlich darbieten zu können. Die Entwicklung eines angemessenen und theoretisch fundierten Editionskonzeptes und dessen praktische Umsetzung unter Verwendung digitaler Markup-Verfahren (TEI) stehen daher im Zentrum des Promotionsprojektes. Da die Epitome im Weissenburgensis im Verbund mit anderen Rechtstexten erscheint, ist die Berücksichtigung des Überlieferungskontexts eine weitere Ebene, der in der Erarbeitung Rechnung getragen werden muss. Nach aktuellen Erkenntnissen greift die bisher verbreitete Wahrnehmung von Handschriften als bloßen Containern von Texten viel zu kurz. Speziell Rechtshandschriften sind offensichtlich für bestimmte Zwecke bewusst zusammengestellte Kompilationen. In dieser Hinsicht sind sie als einzigartige historische Dokumente zu betrachten. Es muss somit ein adäquates editorisches Konzept erarbeitet werden, dass zum einen die Hypertextualität der Epitome mit ihren Querverweisen abbilden kann, zum anderen aber auch den materiellen Überlieferungszeugen und die mittradierten Texte in angemessener Weise berücksichtigt. Gerade in dieser Vielschichtigkeit liegt die besondere Herausforderung des Editionsprojektes.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Jochen Johrendt

Universität: 
Bergische Universität Wuppertal

Eintragsdatum: 
05.05.2017

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2019

Bemerkung: 


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