Mitteilungen aus dem Verband

Posthume Solidaritätserklärung mit Samuel Paty / Déclaration posthume de solidarité avec Samuel Paty

Im Namen des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. und auch persönlich...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Fellowship: DAAD/AICGS Research Fellowship Program in 2021

The American Institute for Contemporary German Studies (AICGS) at Johns Hopkins University is now...

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Titel: 
Dr. des.

Nachname: 
Kleemann

Vorname: 
Katrin

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

A Mist Connection: The Laki Eruption and Its Legacy (Dissertationstitel)

Epoche: 
  • Neuere und Neueste Geschichte

Sachgebiet: 
  • Kulturgeschichte
  • Mediengeschichte
  • Umweltgeschichte
  • Wissenschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Im Sommer 1783 bedeckte ein ungewöhnlicher trockener Nebel große Teile der nördlichen Hemisphäre. Er reichte von Kanada bis nach Europa, das westliche China und Nordafrika. Der Nebel brachte blutrote Sonnenuntergänge, einen schwefeligen Geruch und viele andere ungewöhnliche Wettereignisse mit sich. Was hat diese ungewöhnlichen Phänomene ausgelöst? Inspiriert von der Aufklärung versuchten viele Naturforscher Erklärungen für diese Ereignisse zu finden. In zeitgenössischen Publikationen finden sich viele, oft widersprüchliche Theorien, die unter anderem Erdbeben, nicht-existenten Vulkanausbrüchen oder Kometen die Schuld zuwiesen. Die Zeitungen zielten darauf ab, die Leserschaft zu informieren und zu beruhigen—jedoch mit unterschiedlichem Erfolg. Zwischen dem 8. Juni 1783 und dem 7. Februar 1784 fand eine Flutbasalteruption im isländischen Hochland statt. Dieser Vulkanausbruch formte 140 Krater und Öffnungen auf einer Länge von 27 Kilometern. Diese Spalteneruption produzierte 15 Kubikkilometer Lava, das größte Lavavolumen, das von einem Vulkan auf der Erde im letzten Jahrtausend freigesetzt wurde. Die Lava, das Tephra und die vulkanischen Gase hatten negative Auswirkungen auf Island, wo etwa ein Fünftel der Bevölkerung an Krankheiten und Hungersnöten verstarb. Der Jetstream brachte die Gase nach Europe, wo sich Mitte Juni ein trockener Nebel formte, der bis in den Herbst anhielt. Gleichzeitig war den Zeitgenossen außerhalb Islands unbekannt, dass sich auf Island ein Vulkanausbruch ereignet hatte. Eine Flutbasalteruption der Größenordnung von Laki ereignet sich statistisch gesehen alle 200 bis 500 Jahre; es ist daher entscheidend, die Konsequenzen eines solchen Vulkanausbruches zu verstehen, damit wir uns auf den nächsten vorbereiten können. Ein Vulkanausbruch dieser Größenordnung hätte desaströse Konsequenzen für unsere moderne, globalisierte und vernetzte Welt. Diese Dissertation ist eine Umweltgeschichte des Ausbruchs der Lakispalte, die die Methoden von der Geschichte der Frühen Neuzeit, Klimageschichte, Historischer Desasterforschung, Wissenschaftsgeschichte und Geologie in einem interdisziplinären Ansatz miteinander kombiniert. Meine Dissertation analysiert die physischen, emotionalen und intellektuellen Auswirkungen des Ausbruchs der Lakispalte auf die nördliche Hemisphäre im Sommer von 1783—mit einem besonderen Fokus auf die deutschen Territorien.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Christof Mauch, Prof. Dr. Christian Rohr, Prof. Dr. Anke Friedrich

Universität: 
LMU München

Eintragsdatum: 
22.08.2020

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2021

Bemerkung: 
Mehr Informationen zu diesem und weiteren Projekten können Sie hier finden: http://www.katrinkleemann.com/


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