Mitteilungen aus dem Verband

53. Deutscher Historikertag: Call for Sessions und Preisausschreibungen / 53rd Convention of German Historians: Call for Sessions and prizes

Vom 8. bis 11. September 2020 findet der 53. Deutsche Historikertag an der LMU München unter dem...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Symposion: Augustus immortalis, 25.-27.10.2019, Berlin

Das Symposion „Augustus immortalis. Aktuelle Forschungen zum Prinzeps im interdisziplinären...

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Veranstaltungen

Prof. Dr. Felix Hinz (PH Freiburg), Dr. Doris Kurella (Linden-Museum, Stuttgart), Dr. Roland Bernhard (Univ. Salzburg), Dr. Xavier López-Medellín (Universidad Autónoma de Morelos, Mex.)
21.10.2019–22.10.2019, Stuttgart, Linden-Museum, Wanner-Saal
Deadline: 20.10.2019

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Titel: 
MA

Nachname: 
Rohde

Vorname: 
Martin

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Die imperiale Abgrenzung der Ukraine. Die Ševčenko-Gesellschaft der Wissenschaften und die Konstruktion von „Land und Volk“, 1892-1918

Epoche: 
  • Neuere und Neueste Geschichte

Sachgebiet: 
  • Europaeische Geschichte
  • Osteuropaeische Geschichte
  • Wissenschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Die ukrainischsprachige Wissenschaft entwickelte sich im habsburgischen Galizien einerseits durch Bemühungen russländischer Intellektueller, andererseits unter dem Einfluss österreichischer Wissenschaft, und Förderung basierend auf konstitutionellen Rechten. In diesem Geflecht wandelte sich die literarische Ševčenko-Gesellschaft, deren Produktivität zeitgenössische ukrainische Intellektuelle allenfalls belächelten, während der 1890er Jahren zur Ševčenko-Gesellschaft der Wissenschaften. Diese organisierte sich nach dem Vorbild moderner Akademien der Wissenschaften in Sektionen und Kommissionen, führte Kooperationsprojekte mit deutschen, österreichischen, französischen und russischen Institutionen durch und war in der Lage, eine Reihe von Periodika auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu pflegen. Diese beachtenswerte Transformation verlief nicht ohne Hindernisse. Konflikte mit Ukrainerinnen und Ukrainern unterschiedlicher Identifikationen, Finanzkrisen oder Verwicklungen in die habsburgische Sprach- und Hochschulpolitik waren nahezu an der Tagesordnung. Die in Galizien politisch dominante polnische Sprachgruppe führte de facto eine staatlich geförderte „Auftragsverwaltung“ (Wendland) des Kronlandes. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert als Periode fortschreitender Nationalisierung ist diese Stellung häufig zur Unterdrückung der Ukrainerinnen und Ukrainer genutzt worden. Diese Umstände hatten entscheidenden Einfluss auf soziale, kulturelle und inhaltliche Aspekte ukrainischer Wissenschaft. Dennoch legte der Verein unter diesen Bedingungen die Grundlage für ein ethnonationales ukrainisches Wissenschaftsverständnis, das dementsprechend entscheidend von nationaler Abgrenzung und der Verteidigung einer eigenen Partikularidentität geprägt war und ist. Für zahlreiche geisteswissenschaftliche Disziplinen gelten bis heute diverse Vertreter der Ševčenko-Gesellschaft als ihre Gründerväter. Diese häufig vernachlässigte, gemeinsame österreichisch-ukrainische Geschichte gilt es in diesem Projekt aufzuarbeiten. Anhand ausgewählter Forschungsprojekte zur Ethnographie, Anthropologie, Statistik und Kartographie werden diese Abgrenzungsprozesse zu polnischen und russischen Identitätskonzepten untersucht, wobei Grenzlandschaften wie etwa der Karpatenraum im Vordergrund stehen. Methodisch verortet sich die Arbeit in der Schnittmenge von Neuer Imperiengeschichte sowie Wissens- und Wissenschaftsgeschichte. Zu den publizierten Quellen des Vereins werden Dokumente aus 4 österreichischen und 13 ukrainischen Archiven zur Bearbeitung herangezogen.

Betreuer/in: 
Univ.-Prof. Dr. Kurt Scharr; Univ.-Prof. Dr. Kerstin S. Jobst

Universität: 
Innsbruck

Eintragsdatum: 
10.05.2019

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2021

Bemerkung: 
Für weitere Informationen: https://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/mitarbeiterinnen/univ-ass/rohde-martin/


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