Mitteilungen aus dem Verband

Stellungnahme: VHD kritisiert Verfälschung historischer Fakten in Online-Medienangeboten von ARD/ZDF

[Stellungnahme als PDF] Das von ARD und ZDF getragene Online-Mediennetzwerk „Funk“ hat am 9....

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Stipendien: IEG-Stipendien für Doktorand:innen / IEG Fellowships for Doctoral Students

Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) Mainz schreibt Stipendien für Doktorand:innen...

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Titel: 

Nachname: 
Muller

Vorname: 
Tanja C.

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Der katholische Antisemitismus in Luxemburg 1848-1950

Epoche: 
  • Neuere und Neueste Geschichte

Sachgebiet: 
  • Sozialgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Innerhalb der luxemburgischen, aber ebenso der deutschen Forschung ist das Thema Antisemitismus und Antijudaismus in Luxemburg im 19. Jahrhundert ein ungeschriebenes Blatt. Sofern sich mit diesem Thema beschäftigt wird, konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die Zeit während des Zweiten Weltkrieges und somit auf eine durch den Nationalsozialismus bedingte Judenfeindlichkeit. Dieses auch in Luxemburg verbreitete Bild ist aber insofern falsch, da der Antisemitismus in Luxemburg bereits im 19. Jahrhundert durch die katholische Zeitung „Luxemburger Wort“ aufs heftigste in einem unbeschreiblich aggressivem Ton betrieben und von der katholischen Kirche durchgeführt wurde. (Zwangstaufe, Drohung der Exkommunikation von Christen, die bei Juden kaufen usw.) In meiner Dissertation untersuche ich den kirchlichen Antisemitismus innerhalb der katholischen Kirche Luxemburgs, vor allem im 19. Jahrhundert, sowie die Rolle der ultramontanen Bischöfe Johannes Theodor Laurent und Nikolaus Adames innerhalb dieser Judenfeindlichkeit und deren Auswirkungen auf die Haltung der Bevölkerung. Untersucht wird ebenfalls, in wie weit sich die luxemburgische Kirche und ihr Sprachorgan, das Luxemburger Wort, an dem deutschen und österreichischen Antisemitismus orientierte, beziehungsweise von ihm beeinflusst wurde. Dieses Thema ist für die Geschichtsforschung in Deutschland völliges Neuland, selbst im Zentrum für Antisemtismusforschung in Berlin wurde sich bis dato nie mit dem Antisemitismus in Luxemburg beschäftigt. Meine Untersuchungen dürften insofern von besonderem Interesse und von Wichtigkeit sein, da sie eine nicht unwesentliche Lücke innerhalb der Antisemitismusforschung schließen und belegen, dass der Antisemitismus nicht nur in den Nachbarländern Belgien, Niederlande oder Frankreich vorhanden war, wie bisher in der Geschichtsforschung dargestellt wurde. Dies dürfte weniger auf nicht vorhandenes Interesse, sondern vielmehr auf ein Mangel an Information zurückzuführen sein, da über dieses Thema auch innerhalb Luxemburgs so gut wie keine Forschungsergebnisse vorliegen. Mein Projekt dürfte somit auch der deutschen Antisemitismusforschung neue Möglichkeiten eröffnen, zumindest aber dazu beitragen, die bisherige Forschung über den europäischen Antisemitismus zu einem gewissen Teil zu vervollständigen.

Betreuer/in: 
apl. Prof. Dr. Olaf Blaschke

Universität: 
Universität Trier

Eintragsdatum: 
26.09.2012

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2013

Bemerkung: 


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