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Rückblick auf die Diskussionsreihe "Racism in History and Context"

Welche historischen Kontexte und Erzählungen prägen die gegenwärtigen Debatten über die...

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Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Nachruf auf Michael Stolleis

Michael Stolleis (20.7.1941-18.3.2021) Ein Nachruf auf Michael Stolleis, den Juristen, den...

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Titel: 

Nachname: 
Zimmer

Vorname: 
Thomas

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Im Namen der Weltgesundheit. Geschichte der internationalen Gesundheitspolitik von 1940-1970

Epoche: 
  • Zeitgeschichte

Sachgebiet: 
  • Aussereuropaeische Geschichte
  • Globalgeschichte
  • Medizingeschichte
  • Politische Geschichte

Zusammenfassung der Promotion:

Am 22. Juli 1946 unterzeichneten 61 Staaten die Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Gründung der sichtbarste Ausdruck einer Neukonstituierung der internationalen Gesundheitspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg war. Tatsächlich gewann die internationale Zusammenarbeit im Bereich der öffentlichen Gesundheit nach 1945 eine präzedenzlose Qualität, und zwar sowohl auf der Ebene der sie anleitenden Konzepte und Zielvorstellungen als auch auf der Ebene der Praxis, d.h. in Form von konkreten internationalen Kampagnen von bis dahin beispiellosem Ausmaß. Zentral für diesen globalen Handlungszusammenhang war dabei die Idee einer kollektiven Weltgesundheit, um die herum dieses neue Politikfeld jedenfalls rhetorisch zentriert war. Dahinter verbarg sich zunächst einmal die Vorstellung globaler Interdependenz: Gesundheit ließ sich nun, so die Überzeugung, nur noch als ein Kollektivzustand im globalen Maßstab denken, da die Gesundheit eines jeden Menschen notwendigerweise mit der aller anderen Bewohner des Planeten zusammenhing. Teilweise wurde „Weltgesundheit“ darüber hinaus auch als utopischer Zustand der Gesundheit aller Menschen aufgeladen und als explizit visionäres Ziel für die internationale Gesundheitspolitik ausgegeben. Ausgehend von dieser Beobachtung fragt die Arbeit danach, warum sich diese neuen Konzepte und Ziele durchsetzten? Inwiefern und wie genau standen diese neuen Leitvorstellungen in Verbindung mit der konkreten Praxis internationaler Zusammenarbeit? Welche Effekte hatten die weit ausgreifenden Initiativen in der Praxis? Und schließlich, wie funktionierte die internationale Kooperation im Bereich der öffentlichen Gesundheit nach dem Zweiten Weltkrieg, d.h. welche Regeln, Mechanismen und Einflussfaktoren bestimmten dieses neu etablierte, globale Politikfeld? Um diese Fragen zu beantworten, untersucht das Projekt vier Fallstudien: erstens die Gründung der WHO in den 1940er Jahren; zweitens die Genese des globalen Malaria Eradication Programme (MEP), also des Vorhabens der 1950er und 60er Jahre, Malaria weltweit „auszurotten“; drittens die Umsetzung und Praxis des MEP am Beispiels der Kampagnen in Indien; und viertens die Umbrüche und Neuausrichtung der Weltgesundheitspolitik am Ende der 1960er Jahre.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Ulrich Herbert

Universität: 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Eintragsdatum: 
20.03.2016

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2017

Bemerkung: 


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