Mitteilungen aus dem Verband

Geld und Internationale Politik von der Antike bis ins 20. Jahrhundert, Tagung der AG Internationale Geschichte 2021

Alle zwei Jahre hält die AG Internationale Geschichte im VHD eine Tagung ab, die ein Forum des...

RSS |  Weitere Mitteilungen »

Aktuelles aus der Geschichtswissenschaft

Digitale Themenwoche Kleine Fächer, 8.-11. März 2021

Vom 8. -11. März 2021 bietet die Hochschulrektorenkonferenz gemeinsam mit dem Bundesministerium für...

RSS |  Weitere Neuigkeiten »

Titel: 

Nachname: 
Winter

Vorname: 
Tobias

Projekt-, Werk- bzw. Publikationstitel:

Die deutsche Archivwissenschaft und das ‚Dritte Reich‘. Disziplingeschichtliche Betrachtungen von den 1920ern bis in die 1950er Jahre.

Epoche: 
  • Zeitgeschichte

Sachgebiet: 
  • Politische Geschichte
  • Sozialgeschichte
  • Wissenschaftsgeschichte

Zusammenfassung der Promotion:

An nicht wenigen Archivarskarrieren im 20. Jh. wird deutlich, dass die Entnazifizierung kaum Spuren in der deutschen Archivwissenschaft hinterließ. Obwohl Kontinuitäten nach 1945 keine Ausnahmen waren und bis in höchste Ämter führen konnten, entstand lange Zeit keine systematische historische Forschung zur Geschichte des Archivwesens (der institutionalisierten Archivlandschaft) oder der Archivwissenschaft (als wissenschaftliche Disziplin) des „Dritten Reichs“. Von der Geschichtswissenschaft vernachlässigt und von Archivaren nur akzidentiell betrieben, kam es erst Mitte der 1990er Jahre zur Publikation von Pionierstudien, die seitdem um meist deskriptive Arbeiten zu isolierten Teilaspekten der NS-Archivgeschichte ergänzt wurden. Eine übergreifende Arbeit stellt hingegen ein Forschungsdesiderat dar. In der projektierten Dissertation soll dieses Defizit angegangen und disziplinhistorische Forschung geleistet werden, auch um durch Fachgeschichte zum besseren Verständnis der archivwissenschaftlichen Disziplin beizutragen. Der Untersuchungszeitraum (~1930-1950) ergibt sich in erster Linie dadurch, dass auch in diesem Kontext weder 1933 noch 1945 tiefgreifende Zäsuren darstellen. Unter Berücksichtigung einer Binnenperiodisierung des „Dritten Reichs“ sollen deshalb Entwicklungen aufgezeigt werden, welche die Archivwissenschaft maßgeblich beeinflussten. Spannungsfelder innerhalb des Archivwesens werden ebenso untersucht wie Kooperationen archivwissenschaftlicher Einrichtungen mit staatlichen und parastaatlichen Organisationen. Für letztere sind vielfältige Verflechtungen während des Zweiten Weltkriegs, die von Kooperation bis Partizipation reichten, offensichtliche Beispiele. Die Archivwissenschaft darf bei diesem Vorgehen allerdings nicht als monolithische Einheit verstanden werden. Stattdessen muss ihre personelle Zusammensetzung ebenso untersucht werden wie die Konstituierung fachinterner „Denkkollektive“, da hier eventuelle rassistisch-expansionistische Radikalisierungstendenzen ausgemacht werden können. Um diese Lücke in der Forschung zu schließen, wird ein spezifischer institutionsgeschichtlicher Ansatz gewählt, der sich durch prosopographische Untersuchungen ergänzen lässt. Statt den Blick ausschließlich auf organisatorische Strukturen und deren Entwicklung zu beschränken, sollen institutionelle Rahmenbedingungen vielmehr dahingehend betrachtet werden, welchen Einfluss deren Veränderungen auf die in diesen „Arbeits- und Kommunikationszusammenhängen“ ausgeübten Tätigkeiten hatten. Deshalb werden unter Institutionen nicht in erster Linie Behörden oder Organisationen verstanden, sondern auch wissenschaftliche Tagungen, Fachzeitschriften und Ausbildungswege. Wechselwirkungen innerhalb der Disziplin lassen sich damit ebenso erkennen wie zwischen den „Ressourcenensembles“ Wissenschaft und Politik.

Betreuer/in: 
Prof. Dr. Willi Oberkrome

Universität: 
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Eintragsdatum: 
11.02.2013

Jahr (ggf. voraussichtliches) der Veröffentlichung: 
2017

Bemerkung: 


zurück zur Suche