Carl Erdmann

Der VHD zeichnet alle zwei Jahre herausragende Habilitationen aus dem Gesamtbereich der Geschichtswissenschaft mit dem Carl Erdmann Preis aus. Der Preis ist mit 8.000 € dotiert und erinnert an den Mediävisten Carl Erdmann (1898-1945), der durch seine kulturgeschichtlich ausgerichtete Habilitationsschrift „Die Entstehung des Kreuzzugsgedankens“ (1935) sowie im Rahmen der „Monumenta Germaniae Historica“ bei der Edition mittelalterlicher Quellen zu den bedeutendsten Vertretern der Mediävistik des 20. Jahrhunderts zählt. Erdmann wurde als konsequenter Gegner des Nationalsozialismus 1936 seine Lehrbefugnis an der Universität Frankfurt am Main entzogen. 1943 zur Wehrmacht eingezogen, überlebte er den Zweiten Weltkrieg nicht.


Carl Erdmann Preis 2025

Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e. V. hat auf dem 55. Deutschen Historikertag, der vom 15.-19. September 2025 in Bonn stattfand, erneut den Carl Erdmann Preis für die beste Habilitationsschrift vergeben.

Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr Susanne Schregel, die sich im vergangenen Jahr an der Universität zu Köln habilitierte und zur Zeit an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg tätig ist, für ihre Arbeit „Intelligenz. Eine Geschichte des Unterscheidens in Deutschland und Großbritannien (1880–1990)“.

Auf der Shortlist standen zudem:

  • Matthias Ruoss (Freiburg): Auf Pump: Ratenkredite im industriellen Kapitalismus 1860-1910
  • Veronika Wendland (Marburg): Kerntechnische Moderne. Atomstädte, nukleare Arbeitswelten und Reaktorsicherheit in Ost- und Westeuropa 1966 – 2021

Voraussetzungen

Die Habilitationsschrift muss nach dem 1. November 2019 bei der prüfenden Fakultät eingereicht worden sein. Die Bewerbung kann als Eigenbewerbung oder durch Vorschlag Dritter erfolgen und ist nicht an eine Mitgliedschaft im Verband gebunden. Eine Bewerbung bereits berufener Kolleg:innen ist nicht zulässig. Ausgeschlossen ist darüber hinaus eine wiederholte Bewerbung, wenn die Arbeit bereits im letzten Verfahren (für die Verleihung des Carl Erdmann Preises 2023) eingereicht worden ist. Der Carl-Erdmann-Preis ist mit 8.000 € dotiert.

Carl Erdmann Preis 2023

Laudatorin Prof. Dr. Cornelia Rauh (Universität Hannover) und Carl Erdmann Preisträger PD Dr. Felix Römer. © Grit Hartung

2023 erhielt Felix Römer den Carl Erdmann Preis für seine Untersuchung „Inequality Knowledge. The Making of the Numbers about the Gap between Rich and Poor in Contemporary Britain“.

Aus den 28 Bewerbungen um den Carl Erdmann Preis hebt der VHD zudem explizit die folgenden Habilitationen mit der Nennung auf einer Shortlist hervor: Felix Brahm mit „Merchandise of Power. Der Waffenhandel zwischen Europa und Ostafrika (1850–1919)“, Jürgen Dinkel mit „Alles bleibt in der Familie. Erbordnungen, Erbe und (transnationales) Eigentumshandeln in und zwischen den USA, Deutschland und Russland seit dem späten 19. Jahrhundert“ sowie Alexander Engel mit „Risikoökonomie. Eine Geschichte des Börsenterminhandels“. Alle Arbeiten beschäftigen sich mit Themen der Neueren Geschichte.

Bisherige Preistäger:innen

2021

  • Marc Buggeln: „Das Versprechen der Gleichheit. Progressive Steuern und die Reduktion sozialer Ungleichheit 1871 bis 1945“

2018

  • Rüdiger Bergien: „Im ‚Generalstab der Partei‘. Organisationskultur und Herrschaftspraxis in der SED-Zentrale (1946-1989)“
  • Fabian Klose: „In the Cause of Humanity. Eine Geschichte der humanitären Intervention im langen 19. Jahrhundert“

2016

  • Simone Derix: „Die Thyssens. Familie und Vermögen“
  • Romedio Schmitz-Esser: „Der Leichnam im Mittelalter. Einbalsamierung, Verbrennung und die kulturelle Konstruktion des toten Körpers“

2014

  • Elke Seefried: „Zukünfte. Zukunftsforschung und Expertise in den 1960er und 1970er Jahren“
  • Lars Behrisch: „Die Berechnung der Glückseligkeit. Statistik und Politik in Deutschland und Frankreich im späten Ancien Régime“

2012

  • Ulrike Weckel: „Beschämende Bilder. Deutsche Reaktionen auf alliierte Dokumentarfilme über befreite Konzentrationslager“