Hedwig Hintze Preis
Der nach der jüdischen Historikerin Hedwig Hintze (1884-1942) benannte Preis des VHD richtet sich an jüngst Promovierte. Er wird für hervorragende Dissertationen aus dem Gesamtbereich der Geschichtswissenschaft vergeben. Der Hedwig Hintze Preis ist mit 7.000€ dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben.
Hedwig Hintze war eine der ersten deutschen habilitierten Historikerinnen. Ihr zentraler Forschungsschwerpunkt lag auf der französischen Geschichte der Sattelzeit. Sie lehrte bis zu ihrer Entlassung 1933 an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und verstarb im Exil in den Niederlanden, nachdem sie den 1940 erhaltenen Ruf auf eine Professur an der New School for Social Research in New York aufgrund der deutschen Besatzung der Niederlande nicht mehr hatte antreten können.
Hedwig Hintze Preis 2025
Der Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e. V. hat auf dem 55. Deutschen Historikertag, der vom 15.-19. September 2025 in Bonn stattfand, erneut den Hedwig Hintze Preis für die beste Dissertation vergeben.
Cosima Götz (im Bild: zweite von rechts) erhielt den Hedwig Hintze Preis für ihre Arbeit zu „Metropolen im Wettbewerb. Stadtplanung und Stadtgesellschaften 1890-1940“, mit der sie an der Universität Freiburg promoviert wurde.
Auf der Shortlist standen zudem:
- Alexander Hilpert (Saarbrücken): Der Fälscher Heinrich Schaeffer (1837-1884) zwi-schen Deutschland, Italien und Frankreich
- Kevin Kulp (Frankfurt/Main): Descendam et videbo. Sexueller Kindesmissbrauch durch Geistliche im mittelalterlichen Kirchenrecht. Zugleich eine kirchenrechtshistorische Untersuchung des Sodomiedelikts
- Helge Jonas Pösche (HU Berlin): Soziale Rechte einklagen. Gerichte im (west)deutschen Wohlfahrtsstaat des 20. Jahrhunderts
- Michael Rösser (Erfurt): Prisms of Work. Labour, Recruitment and Command in German East Africa
Voraussetzungen
Der Preis wird an jüngst Promovierte vergeben. Die Disputation muss daher zwischen dem 1. November 2021 und dem 30. September 2024 stattgefunden haben. Bei diesem Preis erfolgt der Vorschlag durch den:die betreuende:n Hochschullehrer:in; eine Mitgliedschaft im Verband ist nicht erforderlich. Die Arbeit muss mit summa oder magna cum laude bewertet worden sein. Der Hedwig Hintze Preis ist mit 7.000 € dotiert.
Hedwig Hintze Preis 2023
2023 ging der Hedwig Hintze Preis an Johannes Czakai und seine Dissertation „Nochems neue Namen. Die Juden Galiziens und der Bukowina und die Einführung deutscher Vor- und Familiennamen 1772–1820.“
Aus den 38 Bewerbungen ging eine Shortlist hervor: Maximilian Buschmann mit „Die Erfindung des Hungerstreiks. Eine transnationale Geschichte, 1880–1950“, Sophie Friedl „Demokratie lernen. Der Öffentliche Gesundheitsdienst in Bayern nach dem Nationalsozialismus“, Tom Menger mit „The colonial way of war. Extreme violence in knowledge and practice of colonial warfare in the British, German and Dutch colonial empires, c. 1890-1914“ und Raphael Rössel mit „‚Behinderte‘ Familien? Aufgabenverteilung und Rollenzuweisungen im Alltag westdeutscher Familien mit behinderten Kindern zwischen 1945 und den 1980er Jahren“). Die Nominierten vertreten die Forschungsfelder der Frühen Neuzeit, der Neuen Geschichte sowie der Zeitgeschichte.
Preisträger:innen der vergangenen Jahre
2021
- Anna Catharina Hofmann: „Francos Moderne. Technokratie und Diktatur in Spanien 1956-1973“
- Irina Saladin: „Karten und Mission. Die jesuitische Konstruktion des Amazonasraums im 17. und 18. Jahrhundert“
2018
- Katharina Kreuder-Sonnen: „Wie man Mikroben auf Reisen schickt. Zirkulierendes bakteriologisches Wissen und die polnische Medizin 1885-1939“
2016
- Nadine Amsler Weber: „The Lord of Heaven in the Inner Chambers: Jesuits, Women and Domestic Christianity in China (ca. 1580-1690)“
- Joseph Lemberg: „Der Historiker ohne Eigenschaften. Eine Problemgeschichte des Mediävisten Friedrich Baethgen“
2014
- Eva Maria Gajek: „Imagepolitik im olympischen Wettstreit. Die Spiele von Rom 1960 und München 1972“
2012
- Jan Hennings: „Russian Diplomatic Ceremonial and European Court Cultures 1648-1725“
- Julia Tischler: „Light and Power for a Multiracial Nation. The Kariba Dam Scheme in the Central African Federation“
2010
Anne Sudrow: „Der Schuh im Nationalsozialismus. Eine Produktgeschichte im deutsch-britisch-amerikanischen Vergleich“
2008
- Martin Lücke: „Ein lichtscheues Treiben. Männliche Prostitution in Deutschland im Kaiserreich und in der Weimarer Republik“
- Victor Walser: „Bauern und Zinsnehmer. Politik, Recht und Wirtschaft im frühhellenistischen Ephesos“
2006
- Carola Dietze: „Nachgeholtes Leben. Die Emigration und Remigration Helmuth Plessners“
2004
- Astrid M. Eckert: „Kampf um die Akten. Die Westalliierten und die Rückgabe beschlagnahmten deutschen Archivguts nach dem Zweiten Weltkrieg“
2002
- Stefan-Ludwig Hoffmann: „Die Politik der Geselligkeit. Freimaurerlogen in der deutschen Bürgergesellschaft 1840-1918“